Traumstart des KSV Hessen: Damm sorgt für Leichtigkeit

Familie Damm freut sich: Tobias Damm mit seiner Tochter Emilia (7) und Sohn Matteo (5) nach dem 2:1 gegen Watzenborn.

Kassel. Dass Nedim Pepic am Ende nicht im Mittelpunkt stand, hatte einfach mit seinem Anspielpartner in jener 85. Minute zu tun, die viel veränderte beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

1:1 stand es gegen den gut organisierten Aufsteiger Watzenborn-Steinberg, da bediente der erst 18 Jahre alte Pepic seinen Teamkollegen Tobias Damm, der plötzlich frei vor des Gegners Torwart auftauchte, ihn umkurvte und den Ball schließlich ins Tor schoss. 2:1. Jubel pur, verbunden mit einer gewissen Erleichterung und Leichtigkeit, die so schon lange nicht mehr im Auestadion spürbar war.

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Tobias Damm verkörperte das alles. Der 32-Jährige galt ja in der vergangenen Saison als Inbegriff des niedergehenden KSV: irgendwie bemüht, aber glück- und erfolglos. Kein Tor gelang ihm. Und nun also schoss der Kapitän das 2:1, das auch erst einmal gemacht sein will. Er traf schon aus aussichtsreicheren Situationen – nicht! Damm jubelte später so ausgelassen, wie es selten zu sehen war in seinen sechs Jahren bei den Löwen. Erst fielen ihm seine Kinder Emilia und Matteo um den Hals, dann stieg er auf den Zaun vor der Fankurve, und er stimmte die Feierlichkeiten an, die von Zuversicht geprägt waren und nicht von der Sorge eines Vereines, der vor Wochen nicht wusste, was wird.

Aus zwei Spielen haben die Löwen nun die Maximalausbeute von sechs Punkten erreicht. Sie haben gezeigt, dass sie auch mit einem verjüngten, regionalisierten und billigeren Kader mithalten können in dieser Liga. Und sie haben bewiesen, dass sie nach einer sehr schlechten ersten Halbzeit wie jener gegen Watzenborn in mehrerer Hinsicht stark genug sind, eine solche Partie noch zu drehen.

Tobias Damm wollte nachher nicht verraten, was Trainer Tobias Cramer nach dem 0:1 durch einen klasse Weitschuss des Watzenborners Alessandro Ficara zur Pause in der Kabine gesagt hat. Aber er deutete an, dass es wohl etwas deftiger wurde. Und: „Er hat die richtigen Worte gefunden.“

Der KSV nahm den Schwung aus den letzten Minuten der ersten Halbzeit und des ersten Torschusses aus der 44. Minute mit in eine leidenschaftliche Aufholjagd, in der die Maßnahmen des Trainers griffen. Der Ende des ersten Durchgangs für den angeschlagenen Mounir Boukhoutta eingewechselte Nael Najjer belebte das Spiel und brachte seine Qualität bei den Standards ein. Dem 1:1 durch Sergej Schmiks Kopfball ging eine Ecke Najjers voraus.

Und dann war da ja noch Nedim Pepic, der das 2:1 vorbereitete und erst kurz vorher für Frederic Brill auf den Platz gekommen war. Schon vor seinem Pass zum siegbringenden Tor spielte Pepic einmal gekonnt in die Spitze, der Ball wurde aber gerade noch abgeblockt. In der 85. Minute kam nichts dazwischen – eine geniale Vorarbeit, die allein eine Geschichte wert gewesen wäre.

„Den Pass spielt nicht jeder“, sagte Tobias Cramer. Nach dem Lob war er aber bemüht, alles ein wenig zu erden. Zeitweise Tabellenführer? „Ich appelliere auch an das Umfeld, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.“ Als der Trainer den Videochip des Spiels überreicht bekam, merkte er an: „Mir reicht eigentlich die erste Halbzeit.“ Da gab es viel zu verbessern.

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