Erstmals stellt Stadt benötigtes Geld  zur Verfügung

Doch Fanprojekt für den KSV Hessen Kassel 

Geld für die Fans: Unser Foto wurde beim Fussball-Regionalliga-Spiel Südwest aufgenommen. Der KSV Hessen Kassel spielte gegen den Bahlinger SC (Endstand 0:0) Zu sehen sind KSV-Fans in der Nordkurve. Archivfoto: Hedler

Kassel. Jetzt soll es doch ein Fanprojekt für die Anhänger des KSV Hessen Kassel geben. 30.000 Euro sind im Haushalt 2016 dafür eingestellt.

Das hat Sascha Stiebing vom städtischen Presseamt auf Anfrage der HNA bestätigt. Insgesamt belaufen sich die Kosten des Fanprojekts auf 120.000 Euro, die Hälfte trägt der Deutsche Fußballbund (DFB) und je 25 Prozent kommen von Stadt und Land.

Wie das Vorhaben konkret umgesetzt werden soll, darüber werden noch abstimmende Gespräche mit allen Beteiligten stattfinden, sagte Stiebing. „Geplant ist von unserer Seite, mit dem Projekt einen freien Träger der Jugendhilfe zu beauftragen. Starten soll das Ganze im August.

Bereits im Jahr 2012 hatte es erste Bemühungen gegeben, solch ein Projekt für die Anhänger der Löwen in der Südstadt zu etablieren. Der KSV wollte es, der Innenminister, der DFB, die Polizei und der Fanbeauftragte.

Damals scheiterte es an der Stadt, die sich mit 30.000 Euro pro Jahr (davon sollten ein Sozialarbeiter und Räume als Anlaufstelle für Fans bezahlt werden) hätte beteiligen müssen.

Nachdem die Befürworter im Sommer des vergangenen Jahres einen erneuten Anlauf unternommen hatten, sagte Kassels damaliger Sportdezernent und Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD), dass für solch ein Projekt in den Haushalten 2015 und 2016 kein Geld zur Verfügung stehe. Kaum ist Kaiser kein Bürgermeister mehr, hat sich die Haushaltslage in dieser Frage geändert.

Auch Innenminister Peter Beuth hatte sich im Sommer vergangenen Jahres für das Fanprojekt für Kassel stark gemacht.

Der bei der Stadt angestellte Sozialarbeiter Dennis Pfeiffer, der in geringem zeitlichen Umfang bereits Fanarbeit leistet, habe einen guten Zugang zur Fanszene, was ausgebaut werden könne, hieß es aus dem Innenministerium. Sozialarbeiter Pfeiffer wird derzeit für 25 Stunden pro Monat von der Stadt bezahlt. Diese Zeit reiche jedoch nicht aus, um auch noch präventiv im pädagogischen Bereich arbeiten zu können, so der 38-Jährige. Er betreut die Anhänger des KSV zum Beispiel zu Auswärtsspielen und nimmt im Vorfeld Kontakt zu den Fanprojekten der gegnerischen Mannschaften auf.

Mit dem Fanprojekt könne auch ein Stück Jugendsozialarbeit in der Kasseler Südstadt angeboten werden. Mittlerweile gibt es 58 Fanprojekte in Deutschland, die mit den Fan-Szenen der unterschiedlichen Fußballvereine arbeiten

Auch die Kasseler Polizei befürwortet das Fanprojekt für die Anhänger des KSV Hessen Kassel. Insbesondere bei Auswärtsspielen wäre es gut, einen festen Ansprechpartner aus der Fanszene zu haben, so ein szenekundiger Beamter aus dem Polizeipräsidium Nordhessen.

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