Er treibt Gründung eines Fördervereins voran

Ehemaliger DFB-Vizepräsident Hocke will dem KSV Hessen Kassel helfen

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KSV-Förderer: Rolf Hocke aus Wabern.

Kassel. Sportlich läuft es derzeit überraschend rund beim KSV Hessen Kassel.

Vor dem Heimspiel gegen Wormatia Worms (Samstag, 14 Uhr, Auestadion) herrscht durchaus Aufbruchstimmung rund um eine junge Mannschaft, die trotz ständiger Verletzungssorgen richtig gute Leistungen abliefert und mit Platz sechs beachtlich dasteht.

Der Sport ist das eine, die Finanzen sind das andere. Die Frage, wie die finanziell angeschlagenen Löwen über den Winter kommen, beschäftigt viele, die mit dem KSV fühlen. Obwohl die Stimmung gut ist und die sportliche Leistung stimmt, hinken die Zuschauer-Zahlen hinterher.

Begeisternder Fußball vor voll besetzten Rängen: So wünscht sich nicht nur Rolf Hocke das Auestadion. Hier eine Szene mit KSV-Spieler Henrik Giese (links) und Philipp Hosiner vom 1. FC Köln.

In dieser Situation ist der KSV auf jede Hilfe angewiesen – und bekommt sie nun von prominenter Seite. Rolf Hocke, ehemaliger DFB-Vizepräsident und langjähriger Vorsitzender des hessischen Fußball-Verbandes, wird die Löwen zukünftig mit Rat, Tat und einem konkreten Projekt unterstützen. Der Verein war von sich aus an Hocke herangetreten. Nun bemüht sich der 74-jährige Waberner, einst selbst Torhüter des KSV, intensiv um die Gründung eines Fördervereins, dem Prominenz aus „Wirtschaft, Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben“ angehören soll. So steht es auch in einem Schreiben, das in dieser Woche an zahlreiche Personen gegangen ist, die Hocke und seine Mitstreiter gern in dem neuen Gremium sehen würden.

„Es geht mir nicht nur um den KSV. Es geht um den Fußball in der Region. Wir brauchen einen Vorzeigeklub“, sagt Hocke im Gespräch mit unserer Zeitung. Er denkt dabei nicht nur an den Spitzenfußball, sondern auch an die Talente, denen eine Heimat gegeben werden soll.

Das Ziel ist klar: Den KSV kurzfristig finanziell absichern und langfristig in eine höhere Liga führen. „Eine Stadt wie Kassel, die strukturstark ist und sich dynamisch entwickelt, die kann das“, erklärt Hocke. Der Multi-Funktionär, noch immer Vizepräsident im Landessportbund, hat deshalb in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt. Natürlich mit den Gremien des Vereins. Mit Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und dem Sportdezernenten Christian Geselle. Mit möglichen Mitgliedern des zukünftigen Gremiums. Viele positive Signale habe er dabei erhalten.

Welche Ziele aber hat so ein Förderverein? Natürlich vor allem den, den KSV für Geldgeber wieder interessanter zu machen. Hocke sagt aber auch: „Er soll ein Zeichen setzen, unabhängig von finanziellen Zuwendungen. Ein Zeichen für den Fußball beim KSV und in der Region.“ Seine Hoffnung: Möglichst hochkarätige Namen im Gremium könnten eine Art Sogwirkung entfalten bei der Sponsorenschaft. Dafür zu sorgen, dass die Gelder zielgerichtet eingesetzt werden, sieht Hocke als weitere wichtige Aufgabe des kommenden Gremiums an.

Der Funktionär mit besten Beziehungen in den Fußball hat viele Mut machende Reaktionen bekommen in den ersten Tagen. Er ist aber auch erfahren genug um zu wissen: „Natürlich werden wir uns manche Absage einhandeln.“ Seinem Optimismus steht das aber nicht entgegen: „Wir müssen in der schwierigen Situation des Vereins die Bataillone bündeln,“ sagt Hocke. Und: „Wir schaffen das.“

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