Hoffnung auf schönen Abschluss gegen Köln

Englische Woche für KSV Hessen: Unsicherheit, Pflicht und Kür

Erleben derzeit unruhige Wochen: Die KSV-Spieler Tobias Becker, Kevin Rauhut und Henrik Giese (von links), hier mit Einlaufkindern beim Spiel gegen Kaiserslautern am vergangenen Samstag. Foto: Hedler

Kassel. Es sind seltsame Zeiten, in denen der KSV Hessen Kassel sich derzeit befindet. Die Saison in der Fußball-Regionalliga ist sportlich gelaufen.

Der Terminplan aber hält eine Englische Woche bereit.

In deren Rahmen müssen die Löwen am Mittwoch (18 Uhr) in Bahlingen antreten. Zur Pflicht gehört auch das Heimspiel gegen Saarbrücken am Samstag. Dann aber wird es noch einmal attraktiv: Am Dienstag, 17. Mai (19 Uhr), gastiert Bundesligist 1. FC Köln im Auestadion. Es ist eines dieser Freundschaftsspiele, die den KSV einen Hauch von großem Fußball erleben lassen. Zuletzt hatten der Hamburger SV und Borussia Dortmund bei ihren Stipvisiten für volle Ränge gesorgt.

Die Kür der Saison wird diesmal aber überlagert. Nach der Ankündigung des Vereins, sich in der kommenden Spielzeit vom Anspruchsdenken Aufstieg zu verabschieden und den Kader nach den vorhandenen finanziellen Mitteln aufzustellen, herrscht bei Trainer Matthias Mink und den meisten seiner Spieler Unsicherheit. Wohin die Reise geht, das ist für die meisten nicht klar.

Elf Spieler sind auch für das kommende Jahr an die Löwen gebunden. Kurios: Das komplette Torhüter-Trio ist dabei: Die Verträge von Kevin Rauhut, Niklas Hartmann und Piotr Gorcyzca gelten auch für die nächste Saison. Bereits im Februar wurde mit Verteidiger Sergej Schmik verlängert - als Signal für langfristige Planung. Nachdem Hauptsponsor VW dann seinen Ausstieg auf Raten verkündete, hat der KSV sich nun erst einmal von Langfristigkeit verabschiedet. Neben Schmik sind aus dem Stamm der ersten Mannschaft auch Tobias Damm, Nicolai Lorenzoni, Frederic Brill und Tim Welker gebunden. Dazu kommt mit Nael Naijer ein Spieler aus der zweiten Reihe. Und mit Stürmer Sebastian Schmeer einer, der derzeit an den Hessenligisten Borussia Fulda ausgeliehen ist.

Es ist eine schmale Basis, die da gelegt ist. Wie es weitergeht hängt natürlich in erster Linie an der „Chef-Personalie Matthias Mink. Der Trainer ist bereit, auch unter veränderten Rahmenbedingungen weiterzumachen. Bisher sah der Plan ja vor, die Mannschaft Stück für Stück zu stärken, bis sie oben angreifen kann. In der kommenden Saison sollte es soweit sein. Stattdessen würde Mink nun mit einem veränderten und regionalisierten Team arbeiten müssen. Ein deutlich größerer personeller Umbruch als vorgesehen scheint unausweichlich.

Wie also motivieren sich die Löwen angesichts der unsicheren Perspektive? „Wir haben noch schöne Spiele. Die Mannschaft lenkt sich mit Training ab und arbeitet da sehr konzentriert“, sagt der Trainer. Und: „Ein Spiel gegen einen Bundesligisten ist ja immer etwas Besonderes.“ Für Mink ohnehin, geht es doch gegen den Klub seiner Heimatstadt. Kapitän Tobias Becker spricht von einer schwierigen Situation für die Mannschaft. Mit Blick auf das Testspiel sagt er aber: „Das ist ein schöner Abschluss.“ Was durchaus doppeldeutig verstanden werden könnte. Für viele Spieler könnte es schließlich nicht nur die Saison sein, die dann endet - sondern auch ihre Zeit in Kassel.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.