HNA-Interview

Ex-Löwe Rahn mit Lotte gegen Bayer Leverkusen

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Jubel pur: Am 21. August feiern Lottes Spieler den Pokalsieg gegen Werder Bremen.

Kassel. Ein großer Tag für Matthias Rahn. Der Fußballer, einst für den KSV Hessen aktiv, trifft mit Drittligist Lotte im DFB-Pokal auf Bayer Leverkusen. Ein Interview.

Vor drei Spielzeiten trug Matthias Rahn das Trikot des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Inzwischen ist der Innenverteidiger eine feste Größe bei den Sportfreunden Lotte - jenem Verein, der in der ersten Runde des DFB-Pokals Bundesligist Werder Bremen ausschaltete. In der zweiten Runde soll der nächste Coup folgen. Der Drittliga-Aufsteiger empfängt am Dienstag im Frimo-Stadion die Mannschaft von Bayer Leverkusen (18.30 Uhr/Sky).

Herr Rahn, liegt die nächste Überraschung in der Luft?

Matthias Rahn: Wir sind absolut bereit. Ich weiß, es hört sich abgedroschen an, aber wir gehen dieses Spiel wie jedes andere an. Wir werden den Gegner früh angreifen und uns keinesfalls nur hinten reinstellen.

Immerhin geht es gegen einen Bundesligisten. Macht die Mannschaft im Vorfeld irgendetwas anders?

Rahn: Warum sollten wir? Wir werden vorher gemeinsam etwas essen, danach gibt’s die Teambesprechung, dann geht’s ins Stadion - also alles wie immer. So ein Bundesligist puscht ja tierisch. Da müssen wir nichts anders machen. Mit dem Vergleich David gegen Goliath kann ich ohnehin nichts anfangen. Ich fühle mich nicht als David. Wir sind Außenseiter, klar, aber wir haben genügend Selbstvertrauen, um auch ohne Steinschleudern gegen den großen Gegner bestehen zu können.

Beim 2:1-Sieg gegen Bremen trafen Sie zum 1:0. Das kommt bei Ihnen doch nicht allzu oft vor, oder?

Rahn: Wenn es gegen Leverkusen erneut klappt, hätte ich nichts dagegen. Ansonsten achte ich lieber darauf, dass hinten die Null steht. Ich bin eher der Mann für Gelbe Karten als für Tore. Das war ja zu KSV-Zeiten nicht anders. Ich gehe eben robust zur Sache. Daran kann ich nichts ändern.

Spüren Sie in der Stadt, dass ein besonderes Spiel ansteht?

Rahn: Das merke ich vor allem an der Medienpräsenz. Nach dem Training waren mehrere Kamerateams vor Ort. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Und einen Anruf aus Kassel bekomme ich auch nicht alle Tage - das freut mich natürlich. Am Wochenende haben wir in der Liga das Derby gegen Münster 1:0 gewonnen. Da waren 4000 Zuschauer im Stadion, die Atmosphäre hat Lust auf mehr gemacht.

Apropos: Muss sich die Mannschaft manchmal kneifen, dass Sie als Aufsteiger auf Platz vier prächtig dasteht?

Rahn: Damit hat wohl niemand gerechnet. Allerdings wussten wir, dass wir das draufhaben. Es herrscht ein phänomenaler Teamgeist.

Aufstiegseuphorie?

Rahn: Das war vielleicht zu Beginn so. Nach zwölf Spieltagen noch von Aufstiegseuphorie zu sprechen, halte ich für ein bisschen übertrieben. Wir haben eine gute Mischung aus Technikern und Jungs, die richtig reinbuffen. Nach und nach ist der Respekt vor großen Namen kleiner und unser Selbstvertrauen größer geworden. Es läuft einfach. Und das nehmen wir auch für den Pokal mit. Wir wissen, dass wir Leverkusen schlagen können.

Inwieweit ist es von Vorteil, dass Bayer in der Krise steckt?

Rahn: Das ist sicherlich kein Nachteil. Die Leverkusener stehen unter Druck, sie brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Wenn wir nicht sofort das 0:1 kassieren und lange dagegen halten, werden sie nervös. Aber noch mal: Wir wollen attraktiv spielen und früh pressen - Beton anzurühren, ist nicht unser Ding.

Bei Ihnen persönlich läuft’s in Lotte ja auch nicht schlecht.

Rahn: Wie heißt es so schön: Ich bin angekommen. Als ich von Kassel nach Lotte gewechselt war, hatte ich im Anschluss eine schwere Zeit. Dann ging ich ein Jahr später nach Burghausen - da fühlte ich mich nicht wohl und bin nach einem Monat nach Lotte zurückgekehrt. Und ich kann nur sagen: Ich habe alles richtig gemacht.

Wie groß ist bei Ihnen die Vorfreude auf den Pokal?

Rahn: Chicharito, Kießling, Volland - das sind große Namen. Von Kumpels habe ich schon vor Tagen ein paar Sprüche bekommen. Für mich zählte erst mal das Derby gegen Münster. So langsam beginnt aber das Kribbeln.

Haben Sie es auf ein spezielles Trikot abgesehen?

Rahn: Um Himmels Willen, nein! Da bin ich nicht der Typ für. Außerdem liegt so ein Trikot doch auch nur zu Hause irgendwo rum.

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