Schmeer und der gefühlte Sieg

KSV Hessen überzeugt beim 1:1 gegen den neuen Spitzenreiter Elversberg

Der Moment des Glücks: Sebastian Schmeer hatte gerade den Elfmeter zum 1:1-Endstand in der 90. Minute gegen Elversberg verwandelt. Mit ihm freut sich der etatmäßige Strafstoß-Schütze Tobias Damm, der den Ball seinem Teamkollegen überlassen hatte. Fotos:  Hedler

Kassel. Dieses Spiel konnte noch nicht enden. Zumindest nicht so. Nicht mit 0:1. Der KSV Hessen hatte gekämpft, alles investiert und spielerisch überzeugt.

Gegen Elversberg. Gegen ein Spitzenteam der Fußball-Regionalliga Südwest, das die Löwen auf dem Platz über weite Strecken überrascht und entnervt stehen ließen. Dass das Spiel am Ende wirklich noch 1:1 ausgeht, hat mit einem Spieler zu tun, der derzeit irgendwie alles richtig macht: Sebastian Schmeer.

Aber nicht nur mit ihm. Weil Marco Dawid läuferisch und spielerisch in exzellenter Form ist, sprintet er auch in der 90. Minute noch einmal über die rechte Seite in den gegnerischen Strafraum und trifft dort auf den Elversberger Thomas Birk. „Mit einem Übersteiger habe ich den Ball an ihm vorbeigelegt, und dann hat er mich am Fuß getroffen“, beschreibt der 22-Jährige die Szene, die zum Elfmeter führt. Und dann kommt Sebastian Schmeer. Er nimmt sich den Ball, legt ihn auf den Punkt und drischt ihn in die Maschen, als ob es kein Morgen mehr gibt.

„Ich fühle mich momentan einfach unglaublich gut. Deshalb bin ich zu Tobi Damm gegangen und habe ihm gesagt, dass ich das Ding reinhauen will“, erklärt Schmeer die Tatsache, dass nicht der etatmäßige Elfmeterschütze angetreten ist. Der 29-Jährige strotzt vor Selbstvertrauen, und er könnte am kommenden Samstag einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere erleben. Dann nämlich wird das Tor des Monats August in der ARD-Sportschau gekürt – und Schmeer ist mit seinem Fallrückzieher-Tor gegen Trier einer der Kandidaten.

In jedem Fall wird der KSV-Stürmer diesen Nachmittag gegen Elversberg lange in Erinnerung behalten. Zunächst auf der Bank, wurde Schmeer in der 17. Minute bereits eingewechselt, weil sich Sascha Korb nach einem Pressschlag verletzt hatte und ihm die Kniescheibe zunächst raus- und dann nach zehn Sekunden wieder reingesprungen war. „Da mussten wir frühzeitig umstellen. Ob nun ein längerer Ausfall droht, werden weitere Untersuchungen zeigen“, sagte KSV-Trainer Tobias Cramer, der an seinem 42. Geburtstag mit dem Spiel der Löwen „hochzufrieden“ war.

Nur eine Sache störte ein bisschen: die Chancenverwertung. Nael Najjer, Marco Dawid und auch Tobias Damm hatten allesamt das 1:0 in der ersten Halbzeit auf dem Fuß. Das besorgte dann der Elversberger Merveille Biankadi, weil der KSV in der 75. Minute ein einziges Mal unsortiert war. Da spielte der Topstar der Gäste, Edmond Kapllani, übrigens schon länger nicht mehr mit. Und auch Elversbergs Trainer Michael Wiesinger fand klare Worte: „Ich bin richtig angefressen. Das war ein hochverdienter Punktgewinn für Kassel.“ Da gab es kaum etwas hinzuzufügen. Dieses Spiel konnte eben nicht 0:1 enden. Dieses Spiel musste noch einen Höhepunkt erleben. Einen Höhepunkt für den KSV.

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