KSV Hessen überzeugt 2000 Zuschauer im Auestadion beim verdienten 2:0

Löwen-Sieg gegen Stuttgarter Kickers: Frisch, frech und mit viel Freude

Obenauf: Lucas Albrecht springt auf die jubelnde Spielertraube der Löwen nach dem 1:0-Führungstreffer durch Tobias Damm. Fotos:  Hedler

Kassel. Es war einer dieser Fußballabende, die sowohl die Spieler des KSV als auch die 2000 Zuschauer im Auestadion so schnell nicht vergessen werden.

Die Löwen haben beim 2:0 gegen Drittliga-Absteiger Stuttgarter Kickers nicht nur kämpferisch überzeugt, sondern auch richtig schöne Spielzüge gezeigt. Nebenbei fand das Team von Trainer Tobias Cramer nach zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur zurück - nicht unwichtig, angesichts der nächsten schweren Spiele in Mannheim und gegen Elversberg.

Diese fünf Personalien fielen am Dienstagabend besonders auf:

1. Steven Rakk: Er ist gerade einmal 17 Jahre alt und stand in der Regionalliga zum ersten Mal in der Startelf. Als linker Verteidiger. Zunächst noch ein bisschen nervös, wurde Steven Rakk immer mutiger und mutiger. Als dann auch die Stuttgarter Kickers merkten, dass bei ihm das Durchkommen kaum leichter war, als bei Sergej Schmik auf der anderen Seite, hatte er sogar Gelegenheit, sich ins Offensivspiel einzuschalten. Und sorgte für richtig viel frischen Wind.

2. Tobias Damm:  Viertes Spiel, zweiter Treffer - und was für einer. Flanke Schmik, Kopfball Damm, 1:0. Nach einem wunderschönen Spielzug leitete der 32-Jährige den Erfolg der Löwen ein und scheint seine Torflaute aus der vergangenen Saison endgültig abgelegt zu haben. „Wir waren von Anfang an hellwach im Kopf, und das über 90 Minuten. Dann ist man auch in der Lage, individuelle Fehler auszubügeln“, sagte Damm, der einiges einstecken musste. In der ersten Halbzeit bekam er ein Knie in den Rücken, in der zweiten Halbzeit hat dann der Muskel im Oberschenkel zugemacht. Wurde dann bereits in der 64. Minute für Sebastian Schmeer ausgewechselt und bekam viel Applaus.

3. Lucas Albrecht: Was hatte der 25-jährige Neuzugang aus Neustrelitz noch vor der Saison gesagt? Er sei vielseitig einsetzbar. Drei Partien absolvierte Albrecht bislang als Mittelstürmer - für diese Position holte ihn der KSV. Doch am Dienstagabend spielte er dort, wo er zuletzt auch bei seinem Ex-Klub eingesetzt wurde: in der Innenverteidigung. Gefühlt hat er nicht einen einzigen Zweikampf verloren und bot neben Henrik Giese eine klasse Leistung.

4. Sascha Korb: Manchmal muss man eben auch ein bisschen frech sein, um zum Erfolg zu kommen. Der Neuzugang aus Offenbach visierte bei seinem Freistoß in der 53. Minute einfach das kurze Toreck an - und düpierte damit Mauer und Schlussmann. „Ich habe schon in der ersten Halbzeit gesehen, dass sich der Torwart relativ weit in Richtung langes Eck orientiert hat. Dann habe ich zu Nedim Pepic gesagt: Lass es mich versuchen“, erklärte Sascha Korb. Der Versuch brachte das 2:0 und die Vorentscheidung.

5. Tobias Cramer:  Auch wenn der KSV-Trainer von einem „schönen Fußballabend“ sprach, hatte er während der Pressekonferenz noch eine Sache auf dem Herzen. „Eitelkeiten bringen uns nicht weiter. Die Mannschaft hat noch nichts erreicht, und ich habe noch nichts erreicht. Wenn wir nicht bodenständig bleiben, werden wir nicht ans Ziel kommen“, sagte Cramer. Über was er sich genau geärgert hatte, ließ er offen. Der guten Stimmung tat dies jedenfalls keinen Abbruch.

Hintergrund

Das Freistoßtor von Sascha Korb zum 2:0-Endstand des KSV Hessen in der Regionalliga Südwest gegen die Stuttgarter Kickers ließ Erinnerungen wach werden. Erinnerungen an einen Treffer, der fast genau vor 30 Jahren ähnlich frech war. Am 12. September 1986 verwandelte nämlich Jörg Burow von Carl Zeiss Jena einen Freistoß ebenfalls an der Mauer vorbei ins kurze Eck. Es war das 1:0 im Spiel der DDR-Oberliga gegen Stahl Brandenburg (Endstand 2:0). Aber nicht nur aufgrund der Flugkurve des Balles blieb das Tor in Erinnerung. Es war auch der einzige in der DDR erzielte Treffer, der zum Tor des Monats in der ARD-Sportschau gewählt wurde. Hier gibt es das Kunststück im Video.

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