"Dann geht das Licht aus"

KSV Hessen: Weikert zurückgetreten, VW steigt 2017 aus

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Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat am Samstag gegen den SV Spielberg 1:0 gewonnen. Der Sieg aber verkommt zur Randnotiz anlässlich zwei anderer Meldungen rund um die Löwen.

Beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel passierte am Samstagnachmittag eine Menge - mit der Partie gegen den SV Spielberg hatte dies aber nur bedingt zu tun. Die Löwen gewannen unspektakulär mit 1:0. 

Aktualisiert um 19.04 Uhr

Das Wesentliche spielte sich nach den 90 Minuten auf dem Rasen und somit fernab des Spielfeldes ab. Am späten Nachmittag bestätigte Hans-Jochem Weikert das, was zuvor als Gerücht gehandelt wurde: Der 69-Jährige ist als Vorsitzender des KSV-Vorstandes mit sofortiger Wirkung zurückgetreten - aus gesundheitlichen Gründen. 

Hans-Jochem Weikert

"Mein Arzt hat mir dazu geraten", sagte Weikert gegenüber unserer Zeitung. Probleme mit dem Herz-Kreislauf lassen ein weiteres Engagement in führender Position bei den Löwen demnach nicht mehr zu. Die Entscheidung fiel am Donnerstag, am Freitag teilte Weikert sie dem Aufsichtsratsvorsitzenden Frank Greizer mit. Gegen Spielberg war Weikert nicht im Stadion. 

Weikerts ehemalige Kollegen aus den KSV-Gremien wollten sich am Nachmittag nicht zu der Personalie äußern. Es soll am Sonntag wohl noch eine Mitteilung geben. Ob es darin auch eine Antwort gibt, wie es im Vorstand weitergeht, bleibt abzuwarten. Im Vorstand sitzen nun noch Simon Eberle, Dirk Lassen und Dirk Wiegand. 

Weikert gehörte dem Gremium seit zweieinhalb Jahren an. Er sagte am Nachmittag: "Die Gesundheit geht vor. Der KSV ist aber auf einem guten Weg." 

Allerdings ist die Zukunft mehr denn je unsicher. Das wurde unmittelbar nach dem Spiel deutlich, als Aufsichtsrat Michael Lacher während der Pressekonferenz das Wort ergriff und die Neuigkeiten in Sachen Hauptsponsor verkündete: VW werde, so Lacher, für die kommende Saison an Bord bleiben, aber: Statt wie in den vergangenen Spielzeiten 350.000 Euro soll es an finanzieller Unterstützung wohl nur noch 280.000 Euro geben. Die Details würden noch besprochen. 

Weitreichender ist aber das, was folgte: Nach der kommenden Saison wird VW sein Engagement beim KSV komplett beenden - es sei denn, die Löwen steigen auf. Dann soll noch einmal verhandelt werden. 

Lacher verband die Nachrichten mit einem Appell und einer Rüge an die heimische Wirtschaft oder - wie er es nannte: die Stadtgesellschaft. Sie habe in den vergangenen Jahren VW im Stich gelassen, was die Unterstützung für die Löwen anbelangt. "Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen die Verantwortung allein übernimmt." Er nannte das tragisch, manche würden es laut Lacher auch als erbärmlich bezeichnen. "Mein Appell für das nächste Jahr lautet daher, dem Verein und dem Fußball zu helfen. Wenn das nicht passiert, geht im Fußball in dieser Region das Licht aus."

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