Schnellcheck KSV gegen Bahlingen: Wieder kein Sieg, Kasseler im Tief

ONLINE; KSV-BAHLINGENFoto: Hedler
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Kassel. Wieder kein Tor, wieder kein Sieg. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel durchlebt triste Tage.

Gegen den harmlosen Aufsteiger Bahlingen hieß es am Ende vor 1403 Zuschauern im heimischen Auestadion abermals 0:0. Aus der Ergebniskrise scheint so langsam eine Komplettkrise mit allem Drum und Dran zu werden.

Wie war das Spiel? Laaaangweilig, obwohl der KSV gleich zu Beginn zu zwei guten Möglichkeiten kam: Sylvano Comvalius, der für Benjamin Girth in die Startelf rückte, verfehlte mit einem Kopfball in der siebten Minute das Tor, Nicolai Lorenzonis Schuss kurze Zeit später wurde noch abgeblockt. Ansonsten? War schon die erste Halbzeit ein Beleg dafür, was anhaltende Torlosigkeit aus einer überaus talentierten Mannschaft machen kann. Die Löwen, die in den vier Heimspielen zuvor nicht einmal das Tor trafen, agierten nach dem noch recht schwungvollen Start mit zunehmender Zeit immer mutloser und unsicherer. Statt mit Tempo nach vorn zu spielen, regierte der Rückpass.

Das einzig Positive: Der Gast aus Bahlingen war so was von bieder, dass ein Gegentor noch unwahrscheinlicher erschien als ein KSV-Tor. Aber auch auf die Harmlosigkeit des Aufsteigers war in der zweiten Halbzeit kein Verlass mehr: Bahlingen wurde selbstbewusster, der KSV noch ängstlicher und verunsicherter. Die einfachsten Pässe kamen nicht mehr an. So geht Krise. Ein Torschuss von Mike Feigenspan in der 60. Minute - eigentlich nicht der Rede wert - ging schon als Höhepunkt durch. Und in der 73. Minute ergab sich sogar eine richtig dicke Möglichkeit: Tobias Damm war plötzlich frei vor Bahlingens Keeper Dennis Müller, Damm umkurvte den Torwart und schoss nach einigem Zögern. Der Ball kullerte in Richtung Tor, doch da stand noch ein Bahlinger und rettete. Aber auch diese Szene änderte nichts an der sehr dürftigen Leistung der Löwen. Um es deutlich zu sagen: Dieser Auftritt war der Tiefpunkt dieser Saison. Zumal Bahlingen Rico Wehrle noch zwei große Chancen zum Sieg für die Gäste hatte.

KSV Hessen Kassel gegen Bahlingen

Gegen wen hatte der KSV noch einmal zuletzt im Auestadion getroffen? Gegen Pirmasens. In der 90. Minute war der aktuell gesperrte Shqipon Bektashi zum 3:1 erfolgreich. Es folgten: 5 - in Worten: fünf - Spiele ohne ein einziges Törchen der Löwen zu Hause.

Was war die größte Überraschung? KSV-Trainer Matthias Mink brachte mit Nael Najjer einen von Beginn an, der in dieser Saison bisher keine einzige Minute in der Regionalliga absolvierte. Der 19-Jährige ersetzte Tobias Damm, der zunächst auf der Bank Platz nahm und zunächst nur vor dem Spiel im Mittelpunkt stand. Damm, der am Freitag 32 Jahre alt geworden war, wurde für sein 150. Spiel im Trikot des KSV Hessen geehrt. Das machte er beim 0:0 in Kaiserslautern am vergangenen Wochenende.

Wer ist eigentlich Nael Najjer? 19 Jahre alt, kommt aus Kassel. Er debütierte in der vergangenen Saison für das Regionalligateam des KSV, kam zu zwei Einsätzen. Najjer agierte vornehmlich auf der rechten Seite vor Außenverteidiger Sergej Schmik. Er bemühte sich, doch wirklich ins Spiel fand er nicht. Nach 55 Minuten kam Tobias Damm für ihn in die Partie.

Wer war der Star des Tages? Star des Tages? Da fällt einem nur der Wettergott ein, sollte es ihn tatsächlich geben. Die Sonne strahlte am letzten Oktobertag über dem Auestadion, goldener Herbst. Nur eben nicht für den KSV.

Wie war die Stimmung? Naja, es werden immer weniger Zuschauer im Auestadion. 1403 waren es nun gegen Bahlingen - offiziell. In Wahrheit waren es wohl deutlich weniger. Deren Geduld wurde doch arg strapaziert. Vor allem gegen Ende der Halbzeit gab es Pfiffe. Am Ende gingen die Zuschauer eher resigniert als wütend nach Hause.

Wie war die Aufstellung des KSV?  KSV: Rauhut - Schmik, Friedrich, Perrey, Lorenzoni - Brill - Becker - Pepic (56. Lemke) - Najjer (56. Damm), Comvalius, Feigenspan (87. Schmeer)

 

Der Ticker zum Nachlesen

Live Blog Fußball-Regionalliga: KSV Hessen Kassel - Bahlinger SC
 

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