Fans fordern Rauswurf des Trainers

KSV-Desaster: 0:4 gegen Hoffenheim - Zuschauer erhalten Eintritt zurück

Kassel. Nach 43 Minuten hatten auch die treuesten der Treuen genug. Die Ultras in der Kurve sammelten ihre Fahnen und Spruchbänder ein. Von dort, wo Fußball-Regionalligist KSV Hessen sonst bedingungslos unterstützt wird, kamen nun bitterböse Rufe: „Wir sind Kasseler – und ihr nicht“, hieß es.

Der Rauswurf von Trainer Jörn Großkopf wurde gefordert.

Die Löwen und ihr Trainer, sie konnten fast froh sein, dass nur 1200 Zuschauer Zeugen eines Auftrittes wurden, der an Peinlichkeit nicht zu überbieten war. Als die Fans ihre Fahnen einrollten, da stand es zwischen dem KSV und 1899 Hoffenheim II sage und schreibe 0:4. Um das noch einmal deutlich zu sagen: NULL ZU VIER!

HNA-Kommentar

Bild des Jammers - Frank Ziemke über einen schlimmen Abend im Auestadion

Das war auch der Endstand. Und es war ja kein Abstiegskandidat, der hier auftrat. Es war der Vorjahres-Meister, der auf ein Team aus dem Tabellenkeller traf. Sicher, natürlich: die Löwen plagt Verletzungspech. Und natürlich haben sie beim bitteren 2:3 am Samstag großes Pech gehabt.

Das alles aber kann nicht erklären, was an diesem Abend im Auestadion passierte. Vier Tage zuvor hatte der KSV noch eine wirklich ordentliche Leistung geboten, es gab nur eine personelle Änderung – Marco Dawid stand statt Christian Henel in der Startformation – doch von Beginn an spielten die Gastgeber lethargisch, uninspiriert, ideenlos.

20 Minuten lang fiel das nicht so auf, weil auch Hoffenheim nicht wesentlich besser war. Dann aber fiel das 0:1 – und es brachen alle Dämme. Der KSV hatte keinen einzigen Torschuss. Und hinten, da lud er zum Toreschießen geradezu ein. Fabian Hürzeler (21. und 38.) und Fabian Aupperle (25. und 43.) trafen jeweils doppelt. Selten wird ihnen das so leicht gefallen sein, wie an diesem Abend in Kassel.

Hintermannschaft? Was der KSV da auf dem Platz hatte, konnte getrost auf die Zahl der Zuschauer angerechnet werden. Bestes Beispiel war der vierte Treffer. Szarka schlug einen Freistoß von der rechten Seite. Der Ball war hoch in der Luft, lange unterwegs. Aupperle stieg in der Mitte zum Kopfball hoch, wurde nicht gestört. Er konnte nicht anders, er musste einfach ein Tor erzielen.

Jörn Großkopf wechselte schnell dreimal aus. In der Pause schickte er seine Mannschaft bereits nach fünf Minuten zurück auf das Spielfeld. An dem schlimmsten Auftritt im Auestadion seit vielen vielen Jahren änderte das alles nichts mehr. Der KSV schoss weiter kein einziges Mal aufs Tor. Seine Aktionen wurden mit Sarkasmus, Häme und Spott begleitet. Zumindest machte Hoffenheim es gnädig und erzielte kein weiteres Tor.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Vorstand einen Beschluss gefasst; Nach 80 Minuten verkündete Stadionsprecher Charly Wimmer, dass die Zuschauer ihre Eintrittsgeld auf der Geschäftsstelle zurückbekommen. Seine Worte: „Der KSV entschuldigt sich für diesen desolaten Auftritt.“

Von Frank Ziemke

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