Friedrich im Wartestand:

Innenverteidiger des KSV leidet an Herz-Rhythmus-Störungen

Darf derzeit nur zuschauen: Steffen Friedrich vom KSV Hessen. Foto: Hedler

Kassel. Wenn Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel am Samstag sein Testspiel gegen den Verbandsligisten Delbrücker SC bestreitet, wird einer fehlen: Steffen Friedrich.

Der 21-jährige Innenverteidiger fehlt auf unbestimmte Zeit – eine leidvolle Geschichte. Zumal derzeit noch keiner weiß, wie sie weitergeht.

Diese Geschichte beginnt im Sommer kurz vor dem Pokalspiel der Löwen gegen Hannover. Friedrich kippt im Training einfach weg – Probleme mit dem Kreislauf, die sich im Laufe der Zeit wiederholen. Er wird untersucht. Herz-Rhythmus-Störungen als Ursache werden als sehr unwahrscheinlich erachtet. Im Herbst ist Friedrich wieder dabei, im Ligaspiel gegen Astoria Walldorf wird er eingewechselt. Fortan gehört er wieder zum Stamm. Bis zum 1. Dezember.

In der Partie gegen Kickers Offenbach treten die alten Probleme erneut auf. Friedrich sinkt Mitte der zweiten Halbzeit benommen zu Boden, wird ausgewechselt. Immerhin bekommt er kurz danach eine genaue Diagnose. Sie liefert ein Stick, den der Fußballer seit den Vorkommnissen im Sommer in der Brust trägt und der Daten aufzeichnet. Nun ist klar: Friedrich leidet doch an Herz-Rhythmus-Störungen, die auftreten können, wenn er Leistungssport betreibt. Und Regionalliga-Fußball ist Leistungssport.

Langzeitanalyse läuft

Derzeit läuft eine Langzeitanalyse über sechs bis acht Wochen, die eine Klinik in Münster erstellt. Mit einem Ergebnis der Untersuchung rechnet Friedrich Ende Januar, Anfang Februar.

Dann wird sich zeigen, ob er weiter Leistungssport betreiben kann. Dass dies ohne jegliche Einschränkung möglich sein wird, ist allerdings eine sehr unwahrscheinliche Option. Allerdings könnte es auch sein, dass Friedrich mit Hilfe von Medikamenten oder gar einem eingepfanzten Defibrilator wieder zurückkehrt auf den Fußballplatz. Friedrich, dessen ständiger Begleiter derzeit ein tragbarer Defibrilator ist, wäre nicht der erste Sportler mit solch einem Hilfsmittel. Vor gut einem Jahr setzte Daniel Engelbrecht vom Drittligisten Stuttgarter Kickers so seine Karriere fort.

Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass Friedrich mit dem Leistungssport ganz aufhören muss. Er sagt: „Leicht ist das nicht – mit 21 Jahren. Aber: Die Gesundheit steht im Vordergrund. Sport ist eben nur die schönste Nebensache der Welt.“

Den Kontakt zum Team hält er, indem er oft beim Training vorbeischaut. „Ich bin ja Teil der Mannschaft.“ Aber wenn sich die anderen auf die Restrückrunde vorbereiten, bleibt ihm derzeit nur, sich auf sein Studium zu konzentrieren – Politik, Wirtschaft und Sport. Immerhin passt es, dass hier derzeit nur die Theorie auf dem Plan steht. Am liebsten würde Friedrich aber bald schon wieder Sport praktizieren.

• Der KSV trifft am Samstag um 14 Uhr auf den Verbandsligisten Delbrücker SC. Das Spiel findet auf dem Kunstrasenplatz an den Giesewiesen statt.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.