Die Irrfahrt der Junglöwen

Nur die Tore waren da: Am Spielort der Junglöwen in Fulda fehlten Umkleidekabinen und Unterstände. Unser Archivbild entstand andernorts. Archivfoto: Diercks

Kassel/Fulda. Die U 19 des KSV Hessen Kassel gewinnt in Fulda 2:1. Doch vor dem Spiel absolvieren die Junglöwen eine wahre Odysse.

Als sie ankamen, war da nichts. Als sie schließlich am richtigen Ort eintrafen, war da auch nicht viel mehr - das Hessenliga-Fußballspiel der A-Junioren des KSV Hessen Kassel beim JFV Viktoria Fulda begann bereits unter ungewöhnlichen Bedingungen. Was war denn da los?

Normalerweise hätte die Partie auf dem Kunstrasenplatz des TSV Lehnerz stattgefunden. Doch der war belegt, weshalb den Verantwortlichen der Junglöwen ein Ausweichplatz genannt worden war. Dieser Rasenplatz befand sich relativ zentral an der Magdeburger Straße in Fulda. Als sie um 11.15 Uhr in ihren Kleinbussen dort eintrafen, war niemand anwesend.

15 Minuten später hatte sich daran nichts geändert. Auf Nachfrage hörten sie, dass auf einem 500 Meter entfernten Kunstrasen gespielt würde. Wieder bestiegen sie ihre Busse. Am Spielort angekommen, vermissten die Junglöwen Funktionsgebäude und Umkleidekabinen.

Also zog der KSV-Tross in seinen Transportern zum Umziehen in den Stadtteil Bronnzell weiter. Zehn Minuten hin, zehn zurück, erst eine halbe Stunde vor dem Anpfiff standen die Junglöwen endlich auf dem Feld. Schiedsrichter Carsten Dücker hatte eine Kabine in Lehnerz bezogen.

„Angezogen zum Platz zu fahren, fühlte sich an wie im Trainingslager. Das war alles ganz komisch und auch ein bisschen ärgerlich“, schildert Kapitän Brian Schwechel das Erlebnis. Die Pause verbrachten beide Teams im Freien. Anstatt Unterständen für Trainer und Auswechselspieler gab es nur Bänke.

„Angestachelt hat uns das alles schon ein wenig“, erklärt Schwechel, „wir wollten es Viktoria Fulda dann einfach zeigen.“

Das Vorhaben gelang, denn der KSV gewann beim bisherigen Angstgegner 2:1 (1:0). Nachdem die ungewohnten Fahrwege absolviert waren, stimmten wohl auch die Laufwege. Nach dem 1:0 durch Torben Ludwig (27.) brachte ein abgefälschter Weitschuss von Schwechel die Vorentscheidung (81.). Fulda konnte nur noch verkürzen (86.).

Und nach dem Abpfiff? Bestiegen die KSVer, wie sie waren, ihre Busse und fuhren zum Umziehen und Duschen. Und schließlich noch 110 Kilometer nach Hause. Dank der drei Punkte allerdings wesentlich besser gelaunt als vor dem Anpfiff.

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