Turbulente Zeiten beim KSV: Es ist fünf vor zwölf

Verspätet gezahlte Gehälter, Spieler-Protest, Kündigung des Geschäftsstellenleiters: Der KSV Hessen Kassel durchlebt turbulente Zeiten. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob die Protestaktion der KSV-Spieler am Dienstagabend richtig war oder nicht. Zumindest macht sie eines deutlich: Es liegt vieles im Argen beim KSV, der aufpassen muss, dass aus purer Hilflosigkeit keine Handlungsunfähigkeit wird.

Der Ist-Zustand ist mindestens alarmierend: Es fehlt nicht nur an Geld, an einem Trainer und an Spielern für die kommende Saison, sondern auch an kreativem Führungspersonal. Nach dem angekündigten Weggang von Geschäftsstellenleiter Torsten Pfennig wird bald keiner mehr da sein, der ansatzweise eine Idee hat, aus den veränderten Möglichkeiten etwas zu machen. Es sagt viel aus, dass Dirk Lassen derzeit das Gesicht dieses Klubs ist – der Finanzvorstand. Er gibt sich Mühe, er stellt sich, aber er ist mit seiner aneckenden Art keiner für die erste Reihe.

Somit befindet sich der Verein trotz zweier derzeit noch funktionierender Teams in Regionalliga und Verbandsliga auf dem Weg nach Nirgendwo, wenn nicht doch noch einer wie Jens Rose um die Ecke kommt und ihn umleitet. Die negative Entwicklung kommt dabei nicht plötzlich. Sie setzte schon ein, als der Ex-Vorsitzende Hans-Jochem Weikert im Anflug der Selbstüberschätzung den Aufstieg als Ziel für die nächste Saison ausrief. Dazu gesellte sich der Rückzug auf Raten des Hauptsponsors VW, der das Engagement beim KSV ohnehin eher halbherzig betrieb – unter Berücksichtigung der Millionen und Abermillionen, die er beim VfL Wolfsburg einbringt. Somit kam eines zum anderen. Jetzt ist es fünf vor zwölf.

Freundschaftsspiel KSV Hessen gegen 1. FC Köln 

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Rubriklistenbild: © Hedler

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