Kommentar zur Lage beim KSV: Mehr Rose wagen

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat schon bessere Zeiten erlebt - wie den Aufstieg vor zehn Jahren. Die Löwen müssen wieder zu einer Familie werden, sagt unser Kommentator Frank Ziemke.

Es hat nicht lange gedauert an diesem Abend. Als die Aufsteiger von einst feierten, da wurde deutlich, was den KSV Hessen von vor zehn Jahren vom aktuellen unterscheidet. Es brauchte nur kurze Zeit und wenige Sätze von Jens Rose, da war es da, das Gefühl. Diese Löwen können eine große Familie sein.

Wer will, der kann das nostalgische Verklärung nennen, wenn gleichzeitig die Jubelbilder des Triumphes von Frankfurt auf der Leinwand flimmern. Das ist aber zu kurz gedacht. Jemand wie der frühere Vorstandsvorsitzende fehlt diesem KSV heute. Jemand, der ihm ein Gesicht gibt. Der mit Herzblut vorangeht. Die richtigen Worte findet. Jemand, der diesen Verein eben zu einer Familie vereint.

Ein Beispiel: Es ist an diesem Abend auch über den Streik der Spieler beim Test gegen Köln gesprochen worden. Und es waren die Akteure von einst, die sich einig waren: So etwas hätte es früher nicht gegeben. Gedacht war das nicht einmal als Kritik an ihren Nachfolgern. Nein, früher hätte es das nicht gegeben, weil mehr miteinander geredet worden wäre. Weil gemeinsam nach einer Lösung gesucht worden wäre.

Auch der KSV von heute hat viele Menschen in seinen Reihen, in den Gremien, denen die Löwen am Herzen liegen. Doch dieses Gefühl, eine große KSV-Familie zu sein, das ist nach und nach verloren gegangen. Der Blick in die Vergangenheit hat das deutlich gemacht.

Die Schlussfolgerung daraus kann nur sein: Der KSV von heute müsste gerade in der Krise, gerade angesichts des eingeschlagenen regionalen Weges, wieder mehr Rose wagen. Vielleicht sogar mit Jens Rose.

Lesen Sie dazu auch: 

10 Jahre danach: Aufstiegshelden des KSV feiern

KSV-Geschäftsstellenleiter Torsten Pfennig geht nach Blomberg

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.