Kommentar zur Situation beim KSV Hessen: Nah am Abgrund

KSV Hessen Kassel hat massive finanzielle Schwierigkeiten, das wurde bei der Mitgliederversammlung am Montagabend deutlich. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteur Frank Ziemke.

Eine gewisse Süffisanz lag in dieser Terminierung: Der KSV Hessen lud zu seiner Mitgliederversammlung, während bei der EM Achtelfinals liefen. Das könnte die Frage aufwerfen, ob sich da bei einem Fußballverein jemand nicht für Fußball interessiert.

Nach Scherzen war aber schnell niemandem mehr zumute, als die Mitglieder Zahlen vorgelegt bekamen, die Fragen offen ließen, die aber eines deutlich machten: Die Löwen stehen dicht am Abgrund. Die Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat, die von ihren Mitgliedern nicht mehr das volle Vertrauen bekamen, gleicht einem Balance-Akt – jetzt und in Zukunft.

Der Fehlbetrag in der Bilanz, er hat sich auf eine Million Euro aufgehäuft – gegenüber 400 000 im Vorjahr. Wie das kommt, wurde nicht wirklich schlüssig erklärt. Rund 300.000 Euro weniger an Sponsoren-Einnahmen reichen jedenfalls nicht aus.

Klar ist: Die ersten Einnahmen der Saison müssen genutzt werden, um alte Löcher zu schließen. Der Sparkurs, den die Löwen sich verordnen mussten, wird schmerzhaft werden. Dass Finanzvorstand Dirk Lassen trotzdem erklärte, die Gefahr einer Insolvenz drohe nicht, dürfte einen einfachen Grund haben: Er und andere Gönner stehen nicht nur mit ihrer Arbeit, sondern auch finanziell für diesen Verein ein. Das ist ehrenhaft. Trotzdem bleibt auch: Es müssen mehr Ideen her als die Aufforderung: „Kommen Sie ins Auestadion und bringen Sie jemanden mit.“ Sonst wird der KSV schwer zu retten sein.

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