Kopflos sind die Löwen nie

5 Gründe, warum der KSV sich trotz großer Personalsorgen so gut schlägt

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Versteckspiel: Der Kopf von KSV-Stürmer Tobias Damm verbirgt sich in dieser Szene hinter dem Ball.

Kassel. 19 Punkte aus 14 Spielen, Tabellenplatz acht – es ist eine respektable Bilanz, die der KSV vor dem Spiel beim VfB Stuttgart II am Samstag (14 Uhr) ziehen kann.

Vor allem aber wird diese Bilanz erheblich aufgewertet durch die personelle Situation. Verletzungssorgen machen den Löwen, ohnehin nicht mit üppig ausgestattetem Kader in die Saison gestartet, schwer zu schaffen. Die Gründe, warum es trotzdem so gut läuft beim KSV:

1. Sie verlieren nie den Kopf. 21 Spieler hat Trainer Tobias Cramer bisher eingesetzt. Die Startformationen muss er nahezu von Spiel zu Spiel ändern. Aber: Es funktioniert. „Die Spieler verstehen, was ich möchte. Wir sind da auf einem richtig guten Weg“, sagt der Trainer. Seine Mannschaft hält, egal mit welchem Personal, ihr taktisches Konzept. Den Kopf verloren hat sie noch nie. Zweimal 1:3 – das waren die höchsten Niederlagen. Ohne Chance auf Punkte war der KSV sehr selten.

2. Sie lernen von den Erfahrenen. Immer und immer wieder müssen sich junge Spieler beim KSV beweisen. Müssen einspringen, weil die personelle Lage seit Wochen angespannt ist. Nach dem 1:0 gegen Offenbach sagte Innenverteidiger Henrik Giese: „Sie geben alles und nehmen von uns erfahrenen Spielern jeden Rat an.“ Neben dem 27-Jährigen sind es auch vor allem die älteren Spieler wie Tobias Damm oder Sebastian Schmeer, die großen Anteil am Erfolg haben. Tobias Cramer sagt dazu: „Wir müssen einfach den Jungen vertrauen. Sie lernen schnell.“

3. Sie geben den Kampf nie auf. Das Siegtor gegen Offenbach fiel in der Nachspielzeit. Auch gegen Elversberg war es erst ein verwandelter Foulelfmeter in der 90. Minute, der den Punkt sicherte. Damit beweisen die Löwen, dass sie einen langen Atem haben und zu keiner Zeit aufgeben. „Ich bin total zufrieden. Die Jungs stehen zueinander, das machen sie unglaublich gut“, freut sich Cramer, der auch den Einsatz im Training lobt.

4. Sie lassen sich nicht erschrecken. 2:0 gegen die Stuttgarter Kickers, 1:1 gegen Elversberg und 1:0 gegen Offenbach – auch große Namen lassen die größtenteils jungen Spieler des KSV nicht in Ehrfurcht erstarren. Die Unbekümmertheit und Lockerheit machen die Auftritte der Löwen extrem sympathisch. „Wir brauchen auch keine Angst zu haben. Die Jungen spielen schnell. Und wir haben auch Spieler, die schon größere Gegner hatten“, sagt Cramer.

5. Sie bekommen die Unterstützung. Wir klammern die Vorfälle beim Spiel gegen Offenbach mal aus, ansonsten gilt: Es hat ein spürbarer Stimmungsumschwung stattgefunden im Auestadion. Leider drückt der sich noch nicht in Zahlen aus, doch die Unterstützug, die die Mannschaft erhält, ist enorm und hilft gerade jungen Spielern. Wenn Tobias Cramer betont, dass ein anderer Geist im Auestadion besonders auch auf der Haupttribüne zu spüren sei, dann ist klar: Aus Nörgelei ist Zuspruch geworden. Die Zuschauer erkennen an, dass diese Mannschaft versucht, aus ihren Mitteln das Beste zu machen. Auch bei Niederlagen gibt es daheim wie durch den harten Kern, der auswärts dabei ist, viel Zuspruch.

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