Tim-Philipp Brandner

KSV Hessen: So richtig Lust aufs Derby gegen Offenbach

Immer den Blick nach vorn: KSV-Außenverteidiger Tim-Philipp Brandner versucht, offensiv Akzente zu setzen. Foto:  Hedler

Kassel. Tim-Philipp Brandner war vom Verletzungspech verfolgt. Nun hat er sich beim KSV Hessen zurück ins Team gespielt. Am Samstag geht's gegen Offenbach.

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Tim-Philipp Brandner fühlt sich pudelwohl. „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so viel Spaß am Fußball hatte. Egal ob Training oder Spiel - ich habe so richtig Lust“, sagt der Außenverteidiger des Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Für das heutige Derby im Auestadion gegen Kickers Offenbach (14 Uhr) braucht der 25-Jährige keine zusätzliche Motivationsspritze. „Ich stand früher selbst in der Nordkurve. Ich weiß, dass in der Partie viel Rivalität steckt.“

Mit seiner unbeschwerten Art tut Brandner dem Spiel der Löwen richtig gut. Er mache sich nicht viele Gedanken, sagt er über seine Herangehensweise: „Ich versuche immer, nach vorn etwas zu probieren.“ Dass er sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite der Viererkette eingesetzt werden kann, macht ihn für KSV-Trainer Tobias Cramer angesichts der Verletzungsmisere derzeit so wertvoll. Wenn er es sich selbst aussuchen dürfte, würde Brandner gern offensiver spielen. „Meine Stärken liegen eher im Spiel nach vorn.“

Allerdings ist der Neukirchener erst einmal froh, dass er überhaupt auflaufen kann. Seit er vor zwei Jahren vom Nachbarn KSV Baunatal zu den Löwen kam, hat ihn das Pech verfolgt. Wegen einer komplizierten und erst falsch diagnostizierten Verletzung im rechten Fuß fiel er fast ein Jahr aus. Dabei hatte er sich gerade in die Mannschaft vom damaligen Trainer Matthias Mink gespielt. „Das hatte mir doch niemand zugetraut, dass ich mich beim KSV Hessen durchsetze“, sagt Brandner nicht ohne Stolz.

Erst in der Rückrunde 2016 kämpfte sich der Spieler, der als Versicherungskaufmann arbeitet, zurück ins Team. Der Verein bot ihm eine Vertragsverlängerung bis 2018 an. Da habe er nicht lange überlegen müssen, sagt Brandner. Aber prompt verletzte er sich erneut - eine Entzündung im linken Fuß - und verpasste fast die komplette Vorbereitung. „Natürlich hatte ich da Selbstzweifel und ein bisschen Frust. Da fragst du dich: Warum ich? Macht das alles Sinn?“, sagt Brander über den nächsten Rückschlag.

Abermals biss der technisch versierte Außenverteidiger auf die Zähne. Ende September gegen Homburg wurde er gebraucht. Seitdem bestritt er jedes Spiel von Beginn an. Er weiß, dass sein Einsatz auch mit der hohen Zahl an Verletzten zu tun hat. „Dieses Mal war das mein Glück. Ich habe meine Chance genutzt“, sagt Brandner. Er sei noch nicht bei 100 Prozent Fitness, dafür aber bei 150 Prozent Spaß.

Vor allem auch deshalb, weil innerhalb der Mannschaft ein sehr guter Zusammenhalt herrsche. Der lang herbeigesehnte Sieg am vergangenen Wochenende gegen Koblenz habe die Stimmung zusätzlich gepuscht. „Jeder kämpft für den anderen. Und die Fans honorieren das. Es ist derzeit einfach klasse, im Auestadion zu spielen“, sagt er. Und das macht richtig Lust aufs Derby.

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