Am Samstag gegen Steinbach

KSV Hessen geht nach dem 0:2 gegen Homburg harten Zeiten entgegen

Tobias Cramer

Kassel. Tobias Cramer wunderte sich nach diesem 0:2 gegen den FC Homburg schon ein wenig: „Wir haben versucht, tendenziell Zauberfußball zu spielen. Dabei sind wir damit in den vergangenen Spielen gar nicht erfolgreich gewesen“, sagte der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, der erstmals in seiner Amtszeit eine sportlich weniger erfreuliche Phase moderieren muss.

Erst das peinliche Aus im Hessenpokal gegen den Hessenligisten Lohfelden, nun die erste Heimniederlage gegen ein Kellerkind der Liga – da hilft es auch nichts, dass vorher und nachher alle meinten, Homburg sei besser, als es der Tabellenplatz vermuten ließe. Unabhängig von der Stärke des Gegners ließ der KSV an diesem Tag all das vermissen, was ihn beim 2:0 gegen die Stuttgarter Kickers und beim 1:1 gegen Elversberg wertvolle Punkte gebracht hatte: Aggressivität, unbedingten Willen und das Wissen, was spielerisch möglich ist – bodenständiger Fußball statt Tiki-Taka. Ein Nachlassen in den Grundtugenden bestraft diese Liga aber sofort, und so kommt es, dass die Blickrichtung der Löwen eher nach unten geht. Zumal mehr und mehr das eintritt, was nicht geschehen durfte bei einem Kader, der in der Breite nicht die Qualität hat, um mal eben den Tabellenletzten zu besiegen.

Tobias Cramer

Vor dem Spiel gegen Homburg fehlten mit Tim Welker, Sascha Korb, Nicolai Lorenzoni, Mounir Boukhoutta, Niklas Künzel und Nedim Pepic schon sechs Spieler, die mindestens zum erweiterten Stamm gezählt werden dürfen. Dann musste Frederic Brill in der ersten Halbzeit wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden. Zur Pause blieb auch noch Kapitän Tobias Damm in der Kabine, weil er ein Ziehen im Oberschenkel verspürte.

Das bedeutet: Die personelle Lage verschlechtert sich eher, als dass sie sich verbessert. Gegen Homburg saßen eh nur fünf Feldspieler auf der Bank, wo normalerweise sechs Platz nehmen dürfen. Die große Auswahl hat Trainer Cramer derzeit nicht – vor allem, wenn es darum geht, mit einem Wechsel noch einmal für Druck zu sorgen. Die Jungen im Team bemühen sich zwar. Das Problem ist aber, dass mit jedem Ausfall eines Erfahrenen es mehr und mehr an Führungsqualität auf dem Platz mangelt.

So wird es schwer für diesen KSV, in den nächsten Wochen zu bestehen, zumal es am Samstag gegen das Team der Stunde in der Regionalliga Südwest geht. Gastgeber TSV Steinbach gewann die vergangenen vier Spiele allesamt. „Wir fahren trotzdem positiv gestimmt dorthin“, sagt Trainer Cramer.

Sergej Schmik weist vor dem Duell auch noch einmal auf eine zusätzliche Motivation hin: Mit Matthias Mink arbeitet in Steinbach nun jener Trainer, der den KSV Hessen Ende der vergangenen Saison verlassen hat. „Wir wollen ihm zeigen, dass wir trotz unseres Umbruchs regionalligatauglich sind“, sagt Schmik.

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