2:1 gegen den VfB Gießen

Es ist vollbracht: KSV Hessen Kassel gewinnt den Hessenpokal

Kassel. Pokalsieg. Pokalsieg! POKALSIEG! Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat das Finale bi uns daheime gewonnen, sich den Hessenpokal gesichert und somit das Ticket für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals gelöst.

Gegen den Verbandsligisten VfB Gießen gab es vor 6100 Zuschauern im Auestadion ein 2:1 nach einer lange Zeit souveränen, dann aber wenig zielstrebigen Vorstellung. Der Schnellcheck.

Wie war das Spiel?

Der KSV Hessen wurde gegen den zwei Klassen tieferen VfB Gießen seiner Favoritenrolle gerecht - und zwar ab der fünften Minute. Bis dahin hatten die Gießener die erste dicke Chance. Hendrik Dechert schoss aber freistehend über das Tor der Löwen. Die fingen danach an, konzentriert Fußball zu spielen. Logische Folge: das 1:0 durch Nico Perrey in der zehnten Minute. Das Tor fiel nach einer Ecke, wie sie der KSV ganz gern ausführt: Tobias Becker chipt den Ball in den Strafraum, Kopfballverlängerung - und dann steht ein Innenverteidiger goldrichtig. Fortan ergab sich eine Reihe von Möglichkeiten für die Löwen gegen einen doch sehr biederen Gegner: Allein Mike Feigenspan hätte in der ersten Halbzeit drei Tore erzielen können. Zum 2:0 aber traf Tobias Damm in der 30. Minute nach einer schönen Kombination. Dass Tobias Becker in der 39. Minute einen Elfmeter verschoss, war purer Luxus. Nach dem Seitenwechsel behielt der KSV zunächst die Kontrolle über das Spiel, er verpasste es allerdings, für die endgültige Entscheidung zu sorgen. So geschah etwas Erstaunliches: Gießen kam noch einmal, Sven Kusebauch köpfte in der 67. Minute das 2:1 - und es wurde noch einmal spannend. Dass der KSV am Ende auf Zeit spielte, sagt einiges aus.

War der Sieg glücklich?

Der Sieg war natürlich verdient, auch wenn am Ende noch ein bisschen Zittern angesagt war. Glück? Eher weniger. Dabei hatte der KSV im Vorfeld ziemlich viel getan, um eben dieses Glück auf seine Seite zu bringen. Am Vortag soll im Training nach einem Schuss eine Windschutzscheibe eines Autos zu Bruch gegangen sein, das neben dem Spielfeld geparkt hatte - glücksbringende Scherben inklusive. Und Trainer Matthias Mink hatte sich am Vorabend rasiert, um das Glück heraufzubeschwören.

Wer war Mann des Abends im Auestadion?

Es gab nicht den einen Mann des Tages. Die ganze Mannschaft hat sich den Erfolg nach beeindruckenden Siegen im Pokal verdient. Deshalb hier alle KSV-Pokalhelden: Rauhut, Schmik, Perrey, Giese, Merle, Gaede, Feiegenspan, Becker, Lemke, Bektasi, Damm, Girth. Ihre Namen sind nun mit dem zweiten Pokalerfolg der Löwen nach 1961 verbunden.

Wehte schon ein Hauch von Bayern München durch das Auestadion?

Angeblich haben die Bayern ja jetzt schon Angst, dass sie den KSV Hessen Kassel für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals zugelost bekommen. Ein bisschen Bayern war gegen Gießen schon: KSV-Trainer Matthias Mink machte nämlich den Pep Guardiola und gestikulierte wild - selbst als es 2:0 stand und sein Team den Gegner beherrschte. Da Mink beim Rasieren sein Haupthaar verschonte, ging er aber noch als Matthias Mink durch - und nicht als Guardiola.

Wie war die Atmosphäre?

Toll - und nicht zu verglichen mit der bei den vergangenen Heimauftritten der Löwen in der Liga. Das Spiel wurde zehn Minuten später angepfiffen, weil der Andrang vor dem Auestadion so groß war. Das sagt schon alles. Der ehemalige KSV-Vorstand Jochen Gabriel sagte: „Endlich mal wieder lange Schlangen draußen. Endlich mal wieder Leben.“ 6100 Zuschauer waren es letztlich bei bestem Fußballwetter - und die sorgten für eine prächtige Stimmung. KSV-Herz, was willst du mehr. Dass ein paar der rund 200 mitgekommenen Gießener Anhänger Bengalos zündeten, geht als Dummheit und Randnotiz durch. 

KSV Hessen im Pokalfinale gegen Gießen

Der Ticker zum Nachlesen

Live Blog Hessenpokal-Finale: KSV Hessen Kassel - VfB 1900 Gießen
 

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