KSV-Historie: Als es ums Halbfinale im DFB-Pokal ging

Bremer Osterspaziergang zum 2:0: So titelte die HNA nach dem Pokalspiel.

Kassel. Vor 25 Jahren verlor der KSV Hessen Kassel im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen 0:2. Wir blicken zurück.

So viele Zuschauer wie heute vor 25 Jahren passierten seither nur noch selten die Tore des Kasseler Auestadions: Im Viertelfinale des DFB-Pokals kämpften die Fußballer des KSV Hessen um den Einzug ins Halbfinale und scheiterten vor 22.000 Fans durch ein 0:2 am Erstligisten Werder Bremen. Fünf Fakten zu diesem Ereignis:

1. Der Ansturm war außerordentlich. 

Aus der ganzen Region reisten die Anhänger an, um beim Viertelfinale dabei zu sein. „Als ich den Platz betrat, habe ich Menschen oben auf Bäumen sitzen sehen“, erinnert sich der damalige Löwen-Torwart Zoran Zeljko, „ich weiß noch, dass ich mich darüber gewundert habe, weil ihre Plätze ziemlich hoch waren.“ Genauso voll war das Auestadion nur noch mal einige Wochen später, als die Kasseler in der Aufstiegsrunde der Oberligisten an 1860 München scheiterten. Die späteren Umbauten des Stadions reduzierten das Fassungsvermögen deutlich.

2. Das Spiel verlief einseitig.

Die Bremer um Trainer Otto Rehhagel wurden ihrer Favoritenrolle vom Anstoß weg gerecht und hatten durch Treffer von Uwe Harttgen (31. Minute) und Frank Neubarth (37.) bereits bis zur Pause die Weichen auf Sieg gestellt. „Wir hatten letztlich zu viel Respekt“, bedauert Zeljko. Dabei hatten sich er und seine Kollegen nach dem denkwürdigen 3:2-Achtelfinalerfolg nach Verlängerung in Remscheid einiges vorgenommen.

3. Die Bremer hätten höher gewinnen können.

In der 71. Minute brachte KSV-Verteidiger Mario Deppe, heute Trainer beim Hessenligisten OSC Vellmar, Neubarth im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Hellmut Krug aus Gelsenkirchen entschied auf Strafstoß. Doch Zeljko wehrte Uli Borowkas hart geschossenen Ball gekonnt ab.

4. Die Kasseler hatten erhebliche Größennachteile. 

Löwen-Stürmer Ralph Kistner hatte sich Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf gemacht. Aber bis zur 74. Minute ließ ihn Trainer Hans-Ulrich Thomale auf der Bank schmoren. „Er hat mir gesagt, ich sei zu klein“, erklärt Kistner in der Rückschau, „Thomale brauchte große Leute.“ Werder hatte baumlange Akteure wie Neubarth, Rune Bratseth, Manfred Bockenfeld und Harttgen, allesamt um die 1,90 m groß, aufgeboten.

5. Der Auftritt war für den KSV lebensnotwendig. 

In dieser Zeit nahmen die finanziellen Probleme des Klubs mehr und mehr zu. „Das Spiel hat den Löwen praktisch das Leben gerettet“, meint der heute 48-jährige Kistner rückblickend - angesichts einer Rekord-Brutto-Einnahme von 300 000 Mark. Nach Abzügen blieben dem KSV an jenem Ostersamstag 100 000 Mark. Zwei Jahre später musste der KSV aber doch Konkurs anmelden.

• Der KSV Hessen am 30. März 1991: Zeljko - Drube - Deppe, Matys - Höhle, Koutsoliakos (57. Lakies), Thomas Schmidt, Freudenstein, Schnell - Schmelting (74. Kistner), Schäfer.

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