Vorstand widerspricht Gerüchten über Aus

Jetzt ist die KSV-Reserve in Not: Spieler und Trainer hoffen auf Perspektive

Banger Blick in die Zukunft: Thorsten Hirdes, Trainer der KSV-Reserve. Foto: Fischer

Kassel. Das Regionalligateam des KSV Hessen Kassel steht vor einer schweren Saison, die Reserve sogar vor einer ungewissen Zukunft.

Seit Anfang der Woche kursieren Gerüchte, die Mannschaft werde vom Spielbetrieb in der Verbandsliga abgemeldet. „Da ist nichts dran“, sagt Finanzvorstand Dirk Lassen. Auch sein Vorstandskollege Wolfgang Linnenbrink erklärt: „Die zweite Mannschaft steht nicht auf der Kippe.“

Und doch bleiben Fragen, wie es nun weitergeht. Fakt ist: Es herrscht Personalmangel und innerhalb des Teams eine gewisse Nachdenklichkeit, wie Kapitän Jens Wörner bestätigt. Aktuell stehen Trainer Thorsten Hirdes nur 13 Spieler zur Verfügung. Das Testspiel bei Gruppenligist Sandershausen, das gestern Abend hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt. Hirdes selbst spricht von einer schwierigen Situation, auch wenn er sagt: „Ich denke in eine positve Richtung und gehe davon aus, dass es weitergeht.“

Nur wie? Laut Finanzvorstand Lassen kommt der personelle Engpass daher, dass aus einer U 23 eine U 21 gemacht werden soll: „Es fällt uns schwer, so viele Spieler im Alter von 19 oder 20 Jahren mit dem entsprechenden Potenzial, auch mal im Auestadion spielen zu können, an uns zu binden.“ Zur Not werde der Verein noch Geld in die Hand nehmen, um die zweite Mannschaft zu komplettieren.

Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Der Klub ist verschuldet, der Etat der ersten Mannschaft ist erheblich reduziert worden, und eigentlich bedarf es auch für sie noch einiger Verstärkungen. Nun also sollen auch noch Neue für die Reserve verpflichtet werden. Trainer Hirdes sagt: „Wir müssen das dann aber mit Sinn und Verstand machen. Es bringt nichts, jetzt irgendwelche Spieler zu holen, nur damit wir irgendwie auflaufen können.“

Leistungsträger gingen

Auf der anderen Seite muss der Verein sehen, dass von den 13 zur Verfügung stehenden Spielern nicht noch so mancher abspringt. „Wenn man auf die Vergangenheit mit nicht geleisteten Zahlungen schaut, dann ist es klar, dass der eine oder andere die Fühler ausstreckt“, sagt Jens Wörner. Dass der Verein am Ende der vergangenen Saison nicht alle Gehälter zahlte, vergraulte nach der Saison schon einige. Zumindest verließen Leistungsträger das Team, das in der vergangenen Saison nur knapp die Teilnahme an der Relegation zur Hessenliga verpasste. Justin Schumann zum Beispiel ging zum KSV Baunatal, Oliver Scherer nach Vellmar. Nun könnten weitere Spieler folgen.

Wörner selbst, im fünften Jahr ein Löwe, würde gern beim KSV bleiben. Der 34-Jährige hofft, dass der Vorstand zu seinem Wort steht und es eine Perspektive für die Reserve gibt. Auch für Trainer Hirdes gibt es keine Alternative: „Ich habe für dieses Jahr zugesagt und viel Energie in den KSV gesteckt. Ich werde der Letzte sein, der gehen würde.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.