KSV: Lassen soll nun in den Vorstand

Kassel. Dirk Lassen und Jochen Gabriel sind während der Mitgliederversammlung des KSV Hessen Kassel am Montagabend als Aufsichtsräte verabschiedet worden. Dem Verein bleiben sie aber erhalten.

Noch Dienstag will der neu gewählte Aufsichtsrat die beiden zu Vorständen berufen. Sie wären dann die Nachfolger von Bernd Mart und Klaus Schüttler, die jeweils aus ihrem Amt ausgeschieden sind.

Während Gabriel vor seiner Zeit als Aufsichtsrat bereits sechs Jahre im Vorstand des KSV tätig war, betritt Lassen Neuland – und das doch recht überraschend. Noch vor knapp zwei Monaten hieß es, er benötige mehr Zeit für sein expandierendes Heizöl-Unternehmen. Lassen ist Geschäftsführer der Albert Beck GmbH. Jetzt soll sich der 46-Jährige um die Finanzen des Vereins kümmern und den Part Schüttlers übernehmen.

Insgesamt kommt Lassen damit eine Schlüsselaufgabe zu. Schließlich sieht es finanziell alles andere als rosig aus. Die Löwen müssen sparen. Denn: Die Verbindlichkeiten werden sich am Ende der Saison – ohne Berücksichtigung der Forderungen, die der KSV wiederum hat – auf 800 000 Euro belaufen, sollte der KSV die Playoffs in der Fußball-Regionalliga nicht erreichen. Andernfalls würde sich der Betrag voraussichtlich auf 600 000 Euro reduzieren.

Deshalb soll nun ein Konsolidierungsplan umgesetzt werden. Das Ziel: der komplette Schuldenabbau innerhalb von drei Jahren. Wie bereits berichtet, soll der Gesamtetat für das kommende Jahr von derzeit 2,05 Millionen Euro auf 1,75 Millionen Euro reduziert werden – für den Fall, dass der KSV in der Regionalliga bleibt.

Das heißt: Vor allem das erst Fußball-Team des Klubs muss Abstriche hinnehmen. Sollte die Löwen in der Regionalliga bleiben, werden sie wohl vermehrt auf jüngere Spieler aus der Region setzen. Auch auf die Trainerfrage hätten die Einschnitte Einfluss. KSV-Vorstand Jens Rose: „Uwe Wolf weiß, dass wir mit ihm auch weiterarbeiten wollen, aber da müssen wir uns über die wirtschaftlichen Randdaten einigen.“ Die aktuellen Schulden setzen sich zusammen aus Verpflichtungen gegenüber Funktionsträgern, die dem Verein mit Darlehen ausgeholfen haben, und Verbindlichkeiten aus langfristigen Investitionen wie dem Bau des Vereinsheims.

Allein im vergangenen Kalenderjahr sind Verbindlichkeiten in Höhe von 150 000 Euro hinzugekommen. Als Hauptgrund nannte Schüttler, dass ein zugesagtes Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund bisher nicht stattgefunden habe. Zudem seien zu den Pflichtspielen der Löwen weniger Zuschauer gekommen als erwartet.

Alles in allem keine erfreuliche Situation, aber – wie alle betonen – noch keine existenzbedrohende. Allerdings sagte Rose auch: „Es darf nicht so weitergehen, sonst wird es für den Verein gefährlich.“ (hag)

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