Rauhut: "Ein kleines Zeichen"

KSV-Protestaktion beim Spiel gegen Köln: Das sagen die Spieler

Kassel. Es war der letzte Auftritt des KSV Hessen Kassel in dieser Saison vor heimischem Publikum - und ein denkwürdiger zugleich.

Tobias Becker, Kapitän des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, sprach nach dem 5:3 seines Teams im Test gegen den Bundesligisten 1. FC Köln von einem schönen Abschluss. Es war der letzte Auftritt in dieser Saison vor heimischem Publikum - und ein denkwürdiger zugleich.

 

Das überraschende Ergebnis ist das eine, das andere ist die Protestaktion der Spieler, die für Gesprächsstoff sorgte. Die Löwen verweigerten in der ersten Minute die Teilnahme am Spiel. Becker begründete diesen Boykott anschließend: "Wir als Mannschaft wollten aufmerksam machen auf die Vorgänge der letzten Zeit." Damit meinte er die unpünktlichen und mitunter noch ausstehenden Gehaltszahlungen ebenso wie die Tatsache, dass viele Spieler nicht wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Trainer Matthias Mink nannte die Aktion einen stillen Protest. Er war auf eine Minute begrenzt. Der Gegner und der Schiedsrichter wurden vorher informiert.

Für Torwart Kevin Rauhut stand nach dem Spiel das Sportliche im Vordergrund. Die Protestaktion nannte er ein kleines Zeichen. Schließlich sei es ärgerlich, wenn das Gehalt zu spät gezahlt würde. Er machte aber auch klar: "Wir bekommen immer unser Geld." Nur eben nicht immer pünktlich. Auch Rauhut macht sich daher Gedanken, selbst wenn er noch einen Vertrag für die nächste Saison hat. Denn: "Es ist ja auch schon von schlimmeren Sachen gesprochen worden." In der Tat war nach Informationen unserer Zeitung auch kurzzeitig ein Rückzug aus der Regionalliga in Betracht gezogen worden. Der aber ist kein Thema mehr. Rauhut will in Kassel bleiben, ein Wechsel sei nicht angedacht. Wohl aber überlegt er, gleichzeitig in einen anderen Beruf einzusteigen. Seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten hat er abgeschlossen.

Für Rolf Sattorov war die Aktion in der ersten Minute nach dem Spiel nur eine Nebensache: "Man musste sich halt etwas einfallen lassen." Lieber sprach er über seinen tollen Treffer zum 3:3 und das Spiel an sich: "Es war ein sehr schönes Erlebnis."

Freundschaftsspiel KSV Hessen gegen 1. FC Köln 

Rubriklistenbild: © Hedler

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