Von wegen Winterpause

KSV-Torhüter Kevin Rauhut zwischen Boxring und Kältekammer

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Für eine bessere Reaktionsfähigkeit: Mit dem mehrfachen Hessenmeister im Ringen und Boxen, Evgenij Schidlowski (links), boxt KSV-Torwart Kevin Rauhut.

Kassel. Boxen, Springen, Gewichte stemmen – fünfmal wöchentlich über einen Zeitraum von sechs Wochen. Von wegen Winterpause.

Auf die faule Haut legt sich Kevin Rauhut auch dann nicht, wenn Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel weder spielt noch trainiert. Der Torhüter arbeitet an seiner Schnell- und Sprungkraft, an seiner Reaktionsfähigkeit abseits des Fußballplatzes – zusätzlich zu den Pflichtübungen. „Ich möchte das Maximum aus mir herausholen. Dafür investiere ich gern viel Zeit“, sagt der 25-Jährige, „ich beginne am liebsten morgens um 9 Uhr, dann habe ich nachmittags Freiraum für Privates.“

Nach dem letzten Training des KSV am 9. Dezember haben die Spieler Laktattests gemacht. Jeder bekam von Trainer Matthias Mink und Fitnesscoach Lutz Anders einen individuellen Laufplan. „Wir müssen an bestimmten Tagen verschiedene Läufe absolvieren. Das wird anhand von Pulsuhren überprüft“, erklärt Rauhut. Co-Trainer Tobias Cramer schaut sich die Werte im Januar nach der Winterpause genau an. Doch das Pflichtprogramm ist dem Torwart nicht genug. Sein Ziel: der Aufstieg mit der Mannschaft. Er arbeitet dafür hart an sich.

Während der Saison geht es weniger um die Steigerung der Muskelkraft. Die freie Zeit nutzt der 25-Jährige daher, um speziell auf seine Position und Person zugeschnittene Übungen zu absolvieren. Dabei wird er im Kasseler Fitnessstudio „Nutreas Athletics“ und der „Fit und Sicher Akademie Umbach“ von Personal Trainer Andreas Schumacher (33) und Boxtrainer Evgenij Schidlowski (22) unterstützt. Ein Eingangscheck hat seine Defizite aufgezeigt: Rauhut hat zum Beispiel unterschiedlich starke Oberschenkelmuskeln, so dass er den hinteren mehr trainieren muss als den vorderen. 90 bis 120 Minuten dauert eine Trainingseinheit. Die Reihenfolge: Aufwärmen, Boxen, Krafttraining, Übungen zur Steigerung der Reaktionsfähigkeit. Es werden immer wieder verschiedene Muskelgruppen aktiviert, mit besonderem Augenmerk auf die festgestellten Schwachstellen.

„Als Torwart ist es wichtig, vor allem die Explosivität und Sprungkraft zu trainieren“, erklärt Trainer Schumacher. Deshalb baut er zwischen den Kraftübungen oft verschiedene Sprünge ein, die Kevin Rauhut ordentlich ins Schwitzen bringen.

Nach jedem dritten Training geht es für den 25-Jährigen in die Kältekammer – rund 90 Sekunden bei ungefähr -170 Grad Celsius. „Dabei entspannen sich die Muskeln. Ich fühle mich immer wie neu geboren“, sagt der Torwart. Sechs wöchentliche Trainingseinheiten warten beim KSV während der Saison wieder auf ihn. Das Zusatztraining möchte er auch nach der Winterpause zumindest alle sieben Tage beibehalten.

Mit der Mannschaft trainiert er wieder ab Januar. Die Saison startet am 27. Februar mit dem Spiel gegen den TSV Steinbach. Dann wird Rauhut allerdings noch nicht wieder auf dem Platz stehen – er ist wegen des Platzverweises nach einer Notbremse noch gesperrt.

Kevin Rauhut (25) ist die Nummer eins im Tor des KSV Hessen. Der gebürtige Oberhausener stand zuvor bereits bei Alemannia Aachen, den Sportfreunden Siegen und dem Wuppertaler SV unter Vertrag. Seit 2014 ist er bei den Löwen. Rauhut lebt in Kassel und ist in festen Händen.

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