Rückblick eines Talentes

Letztes Spiel für den KSV: Feigenspan wechselt nach Mönchengladbach

Da jubelt der Löwe: Mike Feigenspan bestreitet morgen sein letztes Spiel für den KSV Hessen. Foto: Hedler

Kassel. Es ist so viel ungeklärt beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, eines aber steht fest: Mike Feigenspan bestreitet am Samstag sein letztes Spiel für die Löwen.

Der 20-Jährige wechselt nach dem Spiel gegen den FC Homburg (Anpfiff: 14 Uhr) in die Regionalliga West zur Reserve des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Davor sind wir noch einmal einige Punkte mit ihm durchgegangen.

Die KSV-Jahre

Feigenspan kommt vor zwei Jahren aus der Jugend des OSC Vellmar zum KSV. Er braucht eine gewisse Zeit, um sich zu akklimatisieren. „Anfangs hatte ich nicht die Robustheit“, erzählt er. „Es macht schon einen Unterschied, ob man in der Jugend spielt oder dann im Training einen Zweikampf gegen Tobias Damm bestreitet. Da guckt man erst einmal komisch.“

Feigenspan aber entwickelt sich schnell, er gewöhnt sich auch an die Spielgeschwindigkeit der Regionalliga. Ende 2014 besteitet er sein erstes Spiel für die Löwen von Anfang an – auf dem Bieberer Berg in Offenbach: „Die Stimmung war riesig, als wir eingelaufen sind. Ich hatte dann sogar einen auf dem Fuß, aber ich habe dann doch leider kein Tor gemacht.“

Feigenspan bekommt mehr Einsatzzeit. Er zeigt, dass er vor allem wegen seiner enormen Geschwindigkeit ein großes Talent ist. Das Manko der Offensivkraft: das Toreschießen. Das klappt erst am 25. Spieltag der vergangenen Saison: Doppelpack in Elversberg. Feigenspan bezeichnet das als schönstes Erlebnis – neben dem Gewinn des Hessenpokals 2015. Insgesamt hat Feigenspan 14 Treffer erzielt – in 57 Regionalligapartien.

Der Wechsel

Schon in der vergangenen Saison gibt es Interesse anderer Vereine an Feigenspan. Er aber will in Kassel bleiben, sich hier weiterentwickeln. Freilich registriert er, dass er ein gefragter Fußballer ist. „Klar liest man den einen oder anderen Artikel und freut sich darüber“, sagt er. „Aber abheben kam für mich nicht infrage.“ Jetzt sieht er aber die Zeit gekommen für einen Wechsel. „Ich sehe in mir noch viel Potenzial. Deshalb ist der Schritt hin zur U 23 von Borussia Mönchengladbach sicher richtig.“

Dass er einst Fan von Bayer Leverkusen war, sieht er nicht als Problem: „Ich habe die Rivalität mit Mönchengladbach nicht so gelebt wie ein Ultra.“ Außerdem: Es hat mich zuletzt immer beeindruckt, wie Gladbach Fußball spielt.“

Die Herausforderung

Die Gladbacher Reserve wird die Saison in der Regionalliga West auf Rang zwei beenden. Feigenspan will sich in diesem Team durchsetzen und einen Stammplatz ergattern. Und sonst? Träumen ist erlaubt – auch von Einsätzen in der Bundesliga. Eines macht Feigenspan aber deutlich: Einen Kontakt zu André Schubert, dem Trainer der Gladbacher Bundesliga-Mannschaft, hat es bisher nicht gegeben. Dabei war Schubert es, der ihn einst als Talent zum KSV lotste.

Das neue Leben

Feigenspan wird erstmals fernab der Heimat leben. Eine Wohnung in Gladbach hat er bereits, und er kennt ein Bistro, in dem sich gut zu Mittag essen lässt. Er kann zwar auch ein paar Gerichte zubereiten, aber: „Ich bin nicht als Koch geboren.“

Was er am meisten vermissen wird? „Meine Familie und meine Freunde.“ Wenn es die Zeit zulässt, will er aber immer mal nach Kassel fahren – und auch im Auestadion vorbeischauen.

Lesen Sie auch:

- Turbulente Zeiten beim KSV: Es ist fünf vor zwölf

-

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.