Schlägereien nach dem Spiel

Löwen verlieren in Trier: Nachspiel nach Ausschreitungen?

Ricky Pinheiro
+
Ricky Pinheiro

Trier/Kassel. Nach der 0:1 (0:0)-Niederlage in Trier droht Fußball-Regionalligist KSV Hessen noch ein Nachspiel. Denn im Anschluss an die Partie war es zu Ausschreitungen gekommen, als Löwen-Fans den Platz des Moselstadions stürmten und sich mit Anhängern der Gastgeber Schlägereien lieferten.

Laut Pressemitteilung der Polizeiinspektion Trier sind dabei drei Ordnungskräfte verletzt worden und mussten ärztlich behandelt werden. Wie es in der offiziellen Mitteilung weiter heißt, seien bereits vor dem Spiel Feuerwerkskörper von den Gästefans gezündet worden. Zudem hätten die Kasseler Anhänger während des Spiels ein Zwischentor zur Haupttribüne gewaltsam aufgetreten. Laut Angaben der Polizei zeigten sich die Gästefans auch nach Verlassen des Stadions weiter sehr aggressiv, teilweise vermummten sie sich und zündeten vereinzelte Feuerwerkskörper. Nach diesen Vorfällen könnte Kassel als auch Trier eine empfindliche Strafe treffen.

KSV-Pressesprecher Torsten Pfennig war selbst vor Ort und beschreibt die Vorkommnisse so: „Es ist die Frage, warum die Stadiontore zum Innenraum aufgegangen sind. Für uns hatte es den Anschein, dass der Sicherheitsdienst diese selbst geöffnet hat, sowohl im Bereich der Kasseler Fans, als auch bei den Trierer Anhängern. Was ich auf jeden Fall ausschließen kann, ist die Tatsache, dass irgendwer über die Zäune geklettert ist.“ Vom Schiedsgericht der Regionalliga Südwest werden die beiden Klubs jetzt zu Stellungnahmen aufgefordert. Laut Pfennig drohe dem KSV eine Strafe in mindestens vierstelliger Höhe. „Mit Punktabzügen, Platzstrafen oder gar Geisterspielen rechne ich nicht“, so Pfennig.

Vor diesem unrühmlichen Höhepunkt stand ein Spiel, das die Löwen in ihren Aufstiegsambitionen nicht weiterbrachte, auch wenn sie einen Punkt verdient gehabt hätten. Statt die Gunst der Stunde zu nutzen, mussten die Nordhessen nach dem Gegentreffer von Marco Quotschalla kurz nach der Pause eine bittere 0:1-Niederlage quittieren. Und sie erscheint noch bitterer bei einem Blick auf die Tabelle. Da sich Hoffenheim und Elversberg beim 2:2 gegenseitig die Punkte wegnahmen, hätte der KSV sogar die Tabellenspitze übernehmen können. KSV-Trainer Uwe Wolf zeigte sich dennoch als fairer Verlierer. „Ich gratuliere Trier zu dem glücklichen Sieg. Mit der kämpferischen Einstellung meiner Mannschaft bin ich zufrieden, es war eine gute Regionalligapartie. Aber wir haben Pech gehabt.“ Und spielte dabei besonders auf zwei Szenen an. Als Gabriel Gallus an der Strafraumgrenze gefoult wurde, blieb der Pfiff von Schiedsrichter Braun gänzlich aus (60.). Und als Stefan Müller eine Viertelstunde vor Schluss zum vermeintlichen 1:1 traf, entschied der Unparteiische auf Abseits. So blieb es insgesamt bei einem unerfreulichen Freitagabend.