Jürgen Ey: Der Mann mit Bumms wird Sonntag 70

Brandgefährlich: Jürgen Ey stürmt im schwarz-weißen Löwen-Trikot einem gegnerischen Torwart entgegen. Eine Szene aus dem Auestadion 1973. Foto:  Archiv/nh

Kassel. Udo Lattek ging auf Nummer sicher. Weil er wusste, dass er in Jürgen Ey einen exzellenten Schützen hatte, wechselte er auf der Lateinamerika-Tournee 1970 seinen Neuzugang in der 115. Minute im Finale eines Turniers in Mexiko ein. Und Jürgen Ey rechtfertigte das Vertrauen seines Münchner Trainers: Mit dem ersten Tor im Elfmeterschießen stellte er die Weichen auf Sieg, weil auch die ihm nachfolgenden Schützen, wie z. B. Beckenbauer und Breitner, trafen und der FC Bayern das Spiel gegen den uruguayischen Kontrahenten gewann.

Im gleichen Jahr stellte Jürgen Ey, der am morgigen Sonntag 70 Jahre alt wird, erneut seine Schusskraft unter Beweis: Bei einem von der Bild-Zeitung initiierten deutschlandweiten Wettbewerb „Wer hat den härtesten Schuss?“ belegte er hinter dem Kölner John (130 km/h) und Weller (Hannover 96, 129) den dritten Rang (123). Damit platzierte sich der Mann mit dem Bumms beispielsweise noch vor den Nationalspielern Breitner (115), Hoeneß (114), Overath (111) und Beckenbauer (110). Der „Bomber der Nation“, Gerd Müller, schaffte nicht die 100-km/h-Marke.

So war Jürgen Ey, als er von Bayern München über Rapid Wien 1973 zum KSV Hessen kam, in aller Munde bei den Löwen-Fans. Aber: Auch Ey konnte ein Jahr später den Abstieg des KSV in die Hessenliga nicht vermeiden. Aber der gebürtige Bremer erlebte sein sportliches Highlight im Aue-stadion. Am 6. August 1975 schoss er in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals den Hessenligisten KSV mit einem Weitschuss zum überraschenden 1:0-Sieg gegen Zweitligaklub Alemannia Aachen.

Heute muss Jürgen Ey sportlich kürzertreten. „Seit 2013 habe ich links ein künstliches Kniegelenk. Vorher bin ich nur noch auf Felge gelaufen, hatte also null Knorpel. Irgendwann wird wohl auch mein rechtes Knie dran sein“, beschreibt der Jubilar sein Dilemma. So hält er sich vorwiegend mit Radfahren („dreimal in der Woche jeweils 28 Kilometer“) fit. „Und ich gehe zwei- bis dreimal pro Woche ins Fitnessstudio“.

Seinen Geburtstag verbringt Jürgen Ey im engsten Familien- und Freundeskreis. „Ich erwarte 15 Gäste in meiner Kellerbar“, sagt er und strahlt.

Von Günter Grabs

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