Nachruf: Schiedsrichter und Betreuer Michael Mühr ist mit 65 Jahren gestorben

Mit Leib und Seele Schiedsrichter: Michael Mühr starb mit 65 Jahren. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Michael Mühr war nicht zu übersehen, wenn er im Innenbereich des Auestadions stand, für Ordnung sorgte und – wenn es nötig war – den Schiedsrichter in die Kabine geleitete.

Er war eine imposante Erscheinung mit einem Markenzeichen: dem gezwirbelten Schnauzbart, den er mit Stolz zu tragen schien und der ihm einen gewissen Witz verlieh. „Er war ein Typ, mit dem man Pferde stehlen konnte“, sagt Werner Haßenpflug, der Vorsitzende des Ältestenrates beim KSV Hessen.

Am Dienstag ist Michael Mühr an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben – mit 65 Jahren. Mit ihm geht ein guter Sportkamerad, wie es Haßenpflug ausdrückt. „Michael war hemdsärmelig und womöglich einigen Leuten zu laut. Aber er trug sein Herz am rechten Fleck.“ Mühr war eine Institution im Innenbereich des KSV – so sehr, dass er auch als Maskottchen hätte durchgehen können.

Der Mann, der in Kassel geboren wurde und im Stadtteil Niederzwehren aufwuchs, hatte seinen Laden im Griff: als Ordnungsdienstleiter, Schiribetreuer und -obmann bei den Löwen. Seine Frau Brigitte erzählt, dass ihr Mann und sie manchmal den Urlaub um einen Tag verkürzt hätten, nur um rechtzeitig vor den KSV-Heimspielen zu Hause zu sein und alles vorbereiten zu können für die Kollegen, die bei den Löwen-Partien im Einsatz sein sollten. „Er hat alles für die Schiedsrichter gemacht: Er hat ihnen Kuchen in die Kabine gestellt und frisches Obst besorgt. Er war mit Leib und Seele dabei.“

Umso mehr hat es ihn getroffen, dass er erst das Ehrenamt des Ordnungsdienstleiters und dann – im vergangenen Jahr – das des Schiedsrichterbetreuers abgeben musste. „Das war ein harter Schlag“, sagt Brigitte Mühr. Zumal: Eine einleuchtende Begründung von Seiten des KSV gab es wohl nicht. Es hieß, er, der selbst bis zuletzt Fußballspiele leitete, sei zu nah dran an den Unparteiischen. „Er war immer korrekt und ehrlich“, sagt Brigitte Mühr. „Vielleicht war er manchen zu ehrlich.“

Von Beruf war Mühr Feuerwehrmann – „auch das mit Leib und Seele“. Als er aus dem Dienst ausschied, blieb er der Feuerwehr verbunden. Für den Feuerwehrverein leitete er Führungen durch den Weinbergbunker. Seine Frau war stets an seiner Seite. 36 Jahre war das Paar, das keine Kinder hat, zusammen. Dieses Jahr wären sie 20 Jahre verheiratet gewesen.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.