Paukenschlag bei den Kickers

Offenbach entlässt Trainer Rico Schmitt - kommt nun Oliver Reck?

Rico Schmitt
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In Offenbach entlassen: Trainer Rico Schmitt.

Offenbach. Paukenschlag bei Kickers Offenbach: Der Liga-Rivale des KSV Hessen Kassel, im März auch Gegner der Löwen im Halbfinale des Hessenpokals, hat seinen Trainer entlassen.

Am Sonntag um 21.45 Uhr endete die Sitzung des OFC-Präsidiums – und auch die Zusammenarbeit mit Rico Schmitt. Der Tabellenfünfte trennte sich mit sofortiger Wirkung vom Trainer und Sportlichen Leiter.

Ganz überraschend kam das nicht mehr. Im Gegenteil: Was sich seit Wochen angedeutet und in den letzten Tagen konkretisiert hatte, wurde somit offiziell verkündet. Grund sind unterschiedliche Auffassungen über die weitere Ausrichtung des OFC

„Wir wollen in Zukunft mehr auf die Jugend setzen und die Tradition des Vereins und auch die Identifikation mit der Region mehr in den Vordergrund stellen. Darüber konnten wir uns mit Rico Schmitt nicht verständigen. Es hat einfach nicht gepasst“, erklärte Präsident Helmut Spahn. Zu Beginn letzter Woche hatten sich die Kickers bereits von Geschäftsführer David Fischer getrennt. Der neue Geschäftsführer Remo Kutz und Helmut Spahn führten danach mehrere Gespräche mit Schmitt. Die Entscheidung, sich zu trennen, war offenbar schon Mitte der Woche gefallen. „Das war kein Schnellschuss. Wir haben uns sehr intensive Gedanken gemacht. Wir haben nun einmal eine bestimmte Philosophie. Die haben wir auch den Mitgliedern vorgestellt und wurden deshalb gewählt. Wir tun sicher nichts, was schlecht für Kickers Offenbach ist“, erklärte Spahn.

Der interne Vorwurf an Schmitt war, dass er zu wenig Wert auf Spieler aus dem eigenen Bereich und der Region gelegt hat. Schmitt wiederum verwies darauf, dass man mit seiner Philosophie Meister geworden ist.

Am Montag absolvierte die Mannschaft unter Interimstrainer Alexander Conrad die erste Laufeinheit. Schmitt hatte sich zuvor verabschiedet und sich bei den Spielern, die via Kurznachrichtendienst Whatsapp informiert worden waren, für „eine tolle Zeit“ bedankt. „Es ist einfach schade, aber wir müssen das als Arbeitnehmer akzeptieren“, sagte Mittelstürmer Markus Müller. Schmitt hatte ihn im Januar 2014 aus Worms geholt.

Schmitt, immerhin seit Februar 2013 im Amt, wirkte weder sauer noch frustriert. Er wollte nicht nachkarten. Er sagte: „So etwas gehört einfach zum Profifußball dazu, das habe ich jetzt zu akzeptieren.“ Er habe bei den Kickers tolle Erfahrungen sammeln dürfen Den Nachfolger wollen die Kickers in den nächsten Tagen präsentieren. Heißer Kandidat: Oliver Reck (50), zuletzt Fortuna Düsseldorf und einst Torwart bei den Kickers.

Von Jochen Koch und Holger Appel

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