Raffael zaubert gegen die Löwen

Schnellcheck: KSV Hessen verliert Test gegen Gladbach mit 1:6

Der Zauberer: Gladbachs Raffael (links) im Zweikampf mit Mounir Boukhoutta vom KSV Hessen. Foto:  Hedler

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel verlor am Mittwochabend den Test gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach mit 1:6. Von den 9556 Zuschauern im Auestadion gab es am Ende aber viel Applaus. Der Schnellcheck.

Wie war die Partie im Kasseler Auestadion?

Lange Zeit recht unterhaltsam für einen Test, bei dem das Wichtigste war, dass sich kein Spieler verletzt. Es gab ein paar Kunststückchen, ein paar schöne Spielzüge und vor allem: viele Torchancen und - zumindest bis zur Pause - reichlich Tore. Dass der Bundesligist dabei von allem ein bisschen mehr bot, versteht sich von selbst.

Die Mannschaft von Trainer André Schubert nutzte dabei die Situationen, in denen der KSV nicht konsequent genug oder schlicht unachtsam war: Djibril Sow traf in der 9. und in der 18., Raffael in der 32. Minute, ehe Kassels Neuzugang Sascha Korb einen Pass von Marco Dawid zum 1:3 verwertete. Danach war einer noch doppelt erfolgreich, der nach langer Verletzung erstmals von Beginn an mitwirkte: Nationalspieler Patrick Herrmann, der in der 40. und 56. Minute zur Stelle war. Den Schlusspunkt setzte Thorgan Hazard in der 82. Minute.

Wer war der Spieler des Abends?

Keine Frage: Was der Brasilianer Raffael zeigte, war gehobene Fußballkunst. Die Offensivkraft der Gladbacher zauberte mit dem Ball auf engstem Raum, spielte einen Zuckerpass vor dem 0:2 und traf mit einem direkten Freistoß aus 20 Metern zum 0:3 - ein Treffer aus der Abteilung „Besonders sehenswert“.

Wer ist eigentlich Djibril Sow?

Da kam Gladbach mit fast voller Kapelle nach Kassel - mit Raffael, mit Patrick Hermann, mit Tony Jantschke, aber die ersten beiden Treffer erzielte dann einer, der erst noch bekannt werden will: Djibril Sow ist 19 Jahre alt, kam vor der vergangenen Saison aus der Schweiz nach Gladbach und spielte dann in der Reserve der Rheinländer. In Kassel nutzte er seine zwei Torchancen in der ersten Halbzeit eiskalt. Wir merken uns: Djibril Sow.

Was machten die anderen Gladbacher Stars?

Trainer André Schubert schickte zunächst jene Spieler auf den Rasen, die am Vortag beim 1:0 in Chemnitz erst ab der 60. Minute auftraten. In Kassel durften sie bis zur 62. Minute spielen. Dann gab es einen Komplettwechsel: Elf Mann runter vom Feld, elf Mann drauf - ein Schauspiel der besonderen Art. Mit dabei nun: Weltmeister Christoph Kramer, Kapitän Lars Stindl, André Hahn und Juwel Mo Dahoud. Ganz nett anzusehen war auch ihr Fußball.

Was machte André Schubert an alter Wirkungsstätte?

Der aus Kassel stammende Trainer der Gladbacher stand vornehmlich ziemlich stumm an der Seitenlinie und verfolgte das Geschehen. Das ehemalige Mitglied des KSV-Vorstandes schüttelte vor Beginn aber mehr Hände, als er in der 62. Minute Spieler einwechselte.

KSV Hessen verliert Test gegen Gladbach mit 1:6

Konnten die Löwen Werbung für sich betreiben?

Ach ja. Das war schon ganz okay. Das 1:4 zur Halbzeit drückte zwar die tatsächliche spielerische Überlegenheit der Gäste aus. Allerdings hatte der KSV auch ein wenig Pech. Wie in der 13. Minute: Hintereinander scheiterten Tobias Damm und Marco Dawid - eine DaDa-Doppelchance sozusagen. Dawid schoss noch einmal knapp vorbei. Mit ein wenig Glück hätten die Löwen durchaus mehr Tore erzielen können, zumal in der Schlussphase auch Yassine Khadraoui fast noch getroffen hätte. Aber vielleicht haben sie sich die Treffer dann aufgehoben für den Punktspielstart am Samstag in Pirmasens.

Wie war die Stimmung im Auestadion?

Es kamen 9556 Zuschauer - eine sehr ordentliche Kulisse. Die Kasseler applaudierten bei jeder gelungenen Aktion der Löwen, und die vielen Gladbacher brachten Geburtstagskind Jannik Verstergaard sogar ein Ständchen, als er eingewechselt wurde

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