Regionalliga: Der Abstiegskrimi ist programmiert

Es wird ein harter Kampf: In der Regionalliga-Tabelle ist es eng wie selten. Unser Foto zeigt einen Zweikampf zwischen Kai Hesse (Homburg, am Boden) und Nael Najjer vom KSV Hessen. Foto: Hedler

Kassel. Elf Spieltage sind in der Fußball-Regionalliga absolviert, heißt: Mehr als ein Drittel der Saison ist Geschichte, und es lässt sich sagen: Der Abstiegskampf wird verdammt hart.

Matthias Mink, Ex-Trainer des KSV Hessen Kassel und heute beim TSV Steinbach unter Vertrag, sprach kürzlich davon, dass wohl zwei Drittel der Vereine zittern müssten. Nach Lage der Dinge liegt Mink mit dieser Einschätzung kaum falsch. Der Abstand des Tabellendritten Mannheim auf den Drittletzten Nöttingen beträgt gerade mal neun Punkte. Ein Krimi ist programmiert. Woran das liegt:

DIE ZAHL DER ABSTEIGER

Fest steht, dass drei der insgesamt 19 Mannschaften auf alle Fälle absteigen müssen. Allerdings könnten drei weitere Teams dazukommen. Das hängt davon ab, wie viele Absteiger der Dritten Liga aus dem Südwesten kommen und ob es nach den Playoffs Aufsteiger aus dem Südwesten in die Dritte Liga gibt. Das war in der vergangenen Saison nicht der Fall. Da scheiterten mit Waldhof Mannheim und der SV Elversberg jene beiden Klubs in den Playoffs, die am Ende der normalen Serie die Plätze eins und zwei in der Regionalliga Südwest belegt hatten.

DIE AUSGEGLICHENHEIT 

Es gibt bisher keine Mannschaft, die gänzlich abfällt und abgeschlagen ist. Jede ist für einen kleinen Zwischenspurt gut. Homburg zum Beispiel war bis vor Kurzem Letzter, dann siegten die Saarländer beim KSV Hessen Kassel und gegen den SSV Ulm – schon sind sie wieder mittendrin im Geschäft. Großes Gefälle hat die Liga nicht zu bieten, was das Niveau anbelangt. Dass jeder gegen jeden punkten kann, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse der heimischen Löwen: Die holten gegen Spitzenreiter Elversberg einen Zähler, verloren aber beim aktuellen Schlusslicht Trier und beim Drittletzten Nöttingen. Nichts scheint unmöglich.

Außerdem gilt Regel eins des Fußballs: Es gibt keine Kleinen mehr. Auch nicht in der Regionalliga. Wer denkt, nur weil sich Steinbach so niedlich anhört, ist es automatisch ein Abstiegskandidat, der irrt gewaltig. Der Klub kann sich den einen oder anderen Ex-Profi mehr leisten als so mancher Traditionsverein. Wie ausgeglichen es zugeht, dokumentiert auch die Statistik. Bisher blieben hohe Resultate fast komplett aus. Ein 6:0-Sieg, zwei 5:0-Erfolge, drei Siege mit vier Toren Unterschied – mehr war nicht an deutlichen Ergebnissen.

DER FALL OFFENBACH 

Die Kickers, vor zwei Jahren noch Meister, stehen derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ein tiefer Fall? Denkste! Sportlich eher unglaublich, denn aufgrund der angekündigten Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sind den Hessen vor der Saison neun Punkt abgezogen worden. Aus „minus neun“ hat das Team von Oliver Reck in zehn Spielen „plus acht“ gemacht. Ohne den Abzug stünden die Kickers auf Rang fünf. Mit dem Abstiegskampf dürfte der OFC also langfristig nichts zu tun haben.

Und: Nach der Rücknahme des Insolvenzantrags Ende August wollen die Offenbacher gegen den Punktabzug kämpfen – schließlich sei die Grundlage nicht mehr gegeben. Dazu müssen sie das DFB-Schiedsgericht anrufen. Es kann sich also auch am Grünen Tisch noch einiges tun in der Tabelle.

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