Shqipon Bektashi und Tobias Damm im Mittelpunkt

Rückblick auf die Saison des KSV Hessen: Fehlgriff und viel Mittelmaß

Torschütze und Tätlichkeit: Shqipon Bektashi.

Kassel. Platz acht, die Spitze noch einiges entfernt: Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat sich in der abgelaufenen Saison nur in kleinen Schritten fortentwickelt.

Ein Rückblick:

• Der Höhepunkt der Saison: Was leicht in Vergessenheit gerät: Der KSV hatte mal Festspielwochen – und ein ausverkauftes Haus. In der ersten Runde des DFB-Pokals kamen gegen Bundesligist Hannover 18 482 Zuschauer. Und die sahen mutige Löwen und biedere Niedersachsen. Die aber siegten am Ende mit 2:0.

• Der Torschütze der Saison: Shqipon Bektashi gelang ein kleines Kunststück: Er ist mit zwölf Saisontoren der beste KSV-Torschütze, obwohl er noch nicht einmal die Hälfte aller Spiele bestritten hat – nämlich 16. Interessant: In den Spielen, in denen Bektashi mitwirkte, holten die Löwen im Schnitt 2,06 Punkte. In den Partien, in denen Bektashi erst gesperrt, dann verletzt fehlte, waren es gerade mal 1,11 Punkte im Schnitt.

• Der Fehlgriff der Saison: Nun ja, da bleiben wir gleich bei Shqipon Bektashi. Beim 0:2 gegen Trier am elften Spieltag griff der 25-Jährige seinem Gegenspieler dorthin, wo es einen Mann am meisten schmerzt. Der Schiedsrichter übersah die Tätlichkeit, das Sportgericht sperrte den Angreifer aber für sieben Begegnungen. Fortan begann der Abschied des KSV aus der Spitzengruppe.

Stürmer im Tor: In Offenbach gab Tobias Damm in der Schlussphase den Torwart. Rechts: Robin Scheu.

• Die Schreckmomente der Saison: Drehten sich um Innenverteidiger Steffen Friedrich. Der 22-Jährige absolvierte im Oktober und November insgesamt sieben Spiele. Mehr verhinderten immer wieder Herzprobleme, die zum ersten Mal vor dem Spiel gegen Hannover auftraten. Friedrich war im Training zusammengebrochen. In Offenbach wiederholten sich die Vorfälle einmal auf dem Feld und bei der Niederlage im Hessenpokal-Halbfinale auf der Tribüne. Schuld war vermutlich ein entzündeter Herzmuskel. Friedrich befindet sich immer noch in Untersuchungen. An Fußball ist derzeit nicht zu denken.

• Der Dauerbrenner der Saison: Mike Feigenspan absolvierte als Einziger alle 34 Saisonspiele, in 30 Spielen stand er in der Startelf. Neun Tore erzielte der schnelle Stürmer, der nun zur Reserve von Borussia Mönchengladbach wechselt.

• Der Kurzarbeiter: Nael Najjer ist der einzige der 24 in dieser Saison eingesetzten KSV-Spieler, der lediglich in einer einzigen Partie zum Einsatz kam. Der 19 Jahre alte Außenverteidiger gehörte beim 0:0 gegen Bahlingen aber zur Startelf.

• Der torlose Stürmer: Tobias Damm konnte machen, was er wollte: Ein Tor schoss er nicht. So bleibt die für einen Angreifer traurige Bilanz: 29 Einsätze – kein Treffer. Einen hohen Wert für Mannschaft hatte der 32-Jährige trotzdem.

• Der torhütende Stürmer: Womit wir wieder bei Tobias Damm wären. Beim 0:1 in Offenbach sah Torwart Kevin Rauhut in der Schlussphase die Rote Karte. Der KSV hatte schon dreimal gewechselt, also ging Damm ins Tor.

• Der elfmeterkillende Stürmer: Eine Kategorie wie gemalt für? Genau: Tobias Damm. Er ließ als torhütender Stürmer in Offenbach sogleich keinen Elfmeter rein, weil der Schütze über das Tor zielte. Dass Damm kaum mehr eine Erinnerung an die Schlussphase des Spiels in Offenbach hat, ist der traurige Teil der Geschichte. Bei einem Zusammenprall erlitt der 32-Jährige eine Gehirnerschütterung. Er hielt zwar durch, war dann aber kaum ansprechbar.

• Das häufigste Ergebnis: Der KSV setzte eher auf eine kontrollierte Defensive als auf rauschenden Offensivfußball. Das lässt sich auch an den Ergebnissen ablesen: Achtmal gewannen die Löwen mit 1:0, jeweils viermal gab es ein 0:0 und ein 1:1. Nur in zwölf von 34 Begegnungen mit Kasseler Beteiligung fielen mehr als zwei Tore.

• Der Hang zum Mittelmaß: In allen Tabellen rangiert der KSV im zweiten Viertel der Tabelle: Hinrundenfünfter, Rückrundenneunter, neuntbeste Heimmannschaft, siebtbestes Auswärtsteam.

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