KSV Hessen tritt am Samstag im Auestadion gegen Koblenz an

Löwen-Trainer Großkopf: „Sind den Fans etwas schuldig“

Morgen gegen Koblenz wieder mit von der Partie: Tobias Becker vom KSV Hessen Kassel. Foto: Fischer
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Morgen gegen Koblenz wieder mit von der Partie: Tobias Becker vom KSV Hessen Kassel.

Kassel. Es ist nicht bekannt, dass der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel unter einem Koblenz-Fluch zu leiden hat, was gut zu wissen ist in diesen Zeiten.

Am vergangenen Wochenende hatten die Löwen ja in Pfullendorf erfahren, dass sie machen können, was sie wollen – am Ende gewinnen sie gegen diesen Gegner in dessen Stadion wahrscheinlich auch dann nicht, wenn sie in der Nachspielzeit 5:0 führen. Am Samstag lagen sie bis zur 86. Minute mit 2:0 vorn. Endstand: 2:2.

Vergessen. Abgehakt. Sagen sie. Volle Konzentration auf das nächste Heimspiel, das morgen im Kasseler Auestadion gegen TuS Koblenz ansteht. Anpfiff: 14 Uhr. „Da sind wir den Fans etwas schuldig“, sagt Trainer Jörn Großkopf, der sich mit dieser Aussage aber weniger auf die – wie er sagt – „dusseligen Gegentore“ gegen Pfullendorf bezieht als vielmehr auf die verkorkste erste Halbzeit im ersten Heimspiel dieser Saison gegen Kaiserslautern II. Mit 0:2 lag sein Team zurück. Am Ende stand immerhin ein 2:2.

Zusammen mit dem Auftaktsieg in Trier und dem 2:2 in Pfullendorf macht das fünf Punkte nach drei Spielen. Großkopf findet die Bilanz okay, auch wenn es zwei Punkte mehr hätten sein können. Ein Sieg gegen Koblenz nun würde aus einem ordentlichen Start einen guten machen. Großkopf hält das Team aus Koblenz für eine anständige Mannschaft, spricht aber von einer machbaren Aufgabe. Die Gäste freilich sind bisher schlecht in die Saison gekommen, bisher ist erst ein Punkt verbucht.

Wachowski eine Option

Personelle Probleme hat Trainer Großkopf kaum. Das heißt aber nicht, dass er seine Elf nicht umstellt. Zum einen kehrt Tobias Becker nach seiner Sperre zurück, für ihn muss wohl Steffen Dieck wieder weichen. Zum anderen muss der Coach Max Sauer ersetzen, der nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Pfullendorf pausieren muss. Wer für ihn in die Mannschaft rückt, steht noch nicht fest. Ein Kandidat ist William Wachowski, der im Test gegen Essen auf Sauers Position als rechter Außenverteidiger zum Einsatz kam – und seine Aufgabe zufriedenstellend löste.

Wachowski gehörte in Trier und gegen Kaiserslautern auch zur Startelf – als Innenverteidiger. Gegen Lautern allerdings agierte er unglücklich, verschuldete einen Elfmeter, wirkte danach unsicher. Von Unmutsäußerungen, die manch Zuschauer geäußert hatte, hat er aber nichts mitbekommen, sagt er. Im Gegenteil: „Hinterher war ich auch bei den Fans. Die haben mir Mut gemacht.“ Womöglich bekommt der 20-Jährige eine weitere Chance.

Eine interessante Personalie ergibt sich, was die zweite Reihe angeht. Auf der Ersatzbank wird Co-Trainer Sven Hoffmeister (42) Platz nehmen, der als zweiter Torwart bereitsteht, nachdem Tobias Schlöffel in der Partie der zweiten Löwen-Elf Rot gesehen hatte.

Ach ja, was noch wäre: Gegen Koblenz gelang dem KSV in der vergangenen Saison kein Sieg. Coach Großkopf sagt: „Gegen Trier haben wir in der vergangenen Saison zweimal verloren – und nun gewonnen.“ Also: Soll jetzt keiner mit dem Wort Fluch kommen.

Von Florian Hagemann