Personalnot bei den Löwen war groß

1:1 - KSV verschenkt den Sieg gegen Ulm

Kassel. Was für ein verspielter Dreier: 78 Minuten lang führte Fußball-Regiomalligist KSV Hessen Kassel im Spiel gegen den SSV Ulm verdient 1:0. Doch als die Gäste durch einen Platzverweis dezimiert waren, kassierten die Löwen durch einen Konter den Ausgleich.

Richtig ärgerlich war das in einem so wichtigen Spiel.

Die Personalnot bei den Löwen war ja groß. Auf der Bank saß mit Dawid Lensch ein A-Jugendlicher. Von den Verletzten kehrte niemand zurück, Nael Najjer war nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Für ihn stand Sebastian Schmeer in der Startformation - und das sollte sich früh auszahlen. In der siebten Minute verlängerte der Stürmer einen Flankenball mit dem Kopf, bekam den Ball von Marco Dawid prompt wieder zurück und schloss sicher ab.

Diese frühe Führung gab den Gastgebern drei Tage nach der Niederlage gegen Hoffenheim Sicherheit. Trainer Tobias Cramer hatte vor allem in der Defensive kräftig umgebaut. Lucas Albrecht kehrte wieder in die Innenverteidigung zurück, Sergej Schmik auf seine angestammte Position als Rechtsverteidiger, Tim Philipp Brandner wechselte nach links.

Das sah meist gut und sicher aus. Der KSV bestimmte das Spiel, inszenierte viele ansehnliche Angriffe - und musste doch bis zur Pause zweimal richtig zittern. In der 28. Minute sahen die meisten Zuschauer den Ball wahrscheinlich schon zum Ausgleich im Netz landen, als Luca Graciotti nach einem Schnittstellen-Pass plötzlich frei stand, Torhüter Niklas Hartmann überlupft hatte. Der Ball aber trudelte knapp am linken Pfosten vorbei.

KSV Hessen Kassel gegen SSV Ulm

Da hieß es kräftig Durchpusten - und kurz danach erneut die Luft anhalten. Wieder war es Graciotti, der schoss. Hartmann ließ den Ball abprallen, doch auch Thomas Rathgeber verfehlte im Nachschuss das KSV-Tor. Trotzdem blieb bis zu diesem Zeitpunkt: Die Führung der Löwen schien nicht groß in Gefahr zu geraten. Denn auch nach dem Wechsel kam vom Aufsteiger erst einmal erstaunlich wenig für die Offensive: Und Ulm schwächte sich ja auch noch selbst. In der 67. Minute gerieten Brandner und Graciotti aneinander. Es wurden Worte ausgetauscht. Es wurde gerangelt. Und dann ließ der Ulmer sich zu einer Backpfeife hinreißen. Schiedsrichter Mario Schmidt hatte frei Sicht auf diese Tätlichkeit, zog die Rote Karte. Was aber dann folgte, das war richtig ärgerlich. Plötzlich ließen die Gastgeber nach. Plötlich ließen sie den Gästen trotz personeller Überlegenheit Platz zum Kontern. Hartmann rettete zunächst gegen David Braig in höchster Not (75.). Doch drei Minuten später passierte es. Wieder kam Ulm gegen die zu weit aufgerückten Löwen zum Konter. Yassine Khadraoui gab Janik Michel nur Geleitschutz, und der tra zum 1:1. Weil Khadroui auch noch versucht hatte, den Angriff mit einem Handspiel zu unterbinden, sah der Kasseler auch noch Gelb-Rot. Der Sieg war in diesem Moment verschenkt.

Rubriklistenbild: © Hedler

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