Vertrag oder kein Vertrag? Posse um KSV-Stürmer Comvalius

Bleibt er doch beim KSV Hessen? Stürmer Sylvano Comvalius. Foto: Hedler

Kassel. Die Planungen des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel für die kommende Saison stocken derzeit – und jetzt droht auch noch Ärger mit einem Spieler.

Dabei handelt es sich um Stürmer Sylvano Comvalius und die Frage, wie es weitergeht mit dem 28-Jährigen. Offensichtlich haben der Verein und die Seite des Spielers unterschiedliche Auffassungen darüber, ob der Niederländer einen Vertrag für die kommende Saison hat.

Fest steht: Als Comvalius im Sommer vergangenen Jahres zu den Löwen kam, unterschrieb er einen Vertrag bis zum Ende dieser Saison – plus Option auf ein weiteres Jahr. Und hier liegt der Knackpunkt. Laut KSV-Vorstand Dirk Lassen hat Comvalius die Bedingungen noch nicht erfüllt, um die Option ziehen zu können. Ein Sprecher der Spielerberatungsfirma B.I.S.C., die Comvalius vertritt, sieht das freilich anders.

Nach Informationen unserer Zeitung geht es um die Auslegung einer Passage im Vertrag mit Comvalius. Demnach soll sich der Kontrakt automatisch um ein Jahr fortsetzen, wenn der Stürmer mindestens 20 Spiele für das Regionalliga-Team von Anfang an bestritten hat. Bisher gehörte Comvalius 14-mal zur Startelf. Das Problem: Im Vertrag steht wohl nicht ausdrücklich, dass es sich bei den Begegnungen um Ligaspiele handeln muss. Mit Freundschafts- und Pokalspielen kommt Comvalius sehr wohl auf 20 Partien, die er von Beginn an absolvierte.

Gut möglich also, dass hier noch eine Menge Klärungsbedarf besteht, zumal Comvalius durchaus gewillt ist, in Kassel zu bleiben. Er möchte mit dem Verein sprechen, sagt aber auch: „Wenn ich Vertrag habe, dann habe ich Vertrag.“ Demgegenüber steht die Aussage des Finanzvorstands Lassen in Sachen KSV-Zukunft des Angreifers: „Comvalius muss sich noch ein bisschen strecken.“

Für ausgeschlossen hält Lassen eine Weiterbeschäftigung nicht, auch wenn er sagt: „Comvalius hat bisher nicht so gezündet, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass die Löwen ohne Comvalius planen. Das hat allein schon mit dem Verdienst des Niederländers zu tun. Der Stürmer gilt als Spitzenverdiener des KSV Hessen. Selbst der Sprecher seiner Beratungsfirma bezeichnet das Gehalt als „sehr gut“. Nach Informationen unserer Zeitung soll es bei mehr als 5000 Euro pro Monat liegen, aber noch unter 10 000 Euro – also jener Summe, die als Gerücht kursiert.

Das Gehalt passt auf keinen Fall zu der finanziellen Situation des Vereins, dem in der kommenden Saison – Stand jetzt – weniger Geld zur Verfügung stehen wird als in dieser Serie. Allein Hauptsponsor VW wird den Klub statt mit 350 000 nur noch mit 280 000 Euro unterstützen. Da kommt es nicht so gut, einen Spitzenverdiener wie Comvalius auf der Gehaltsliste zu haben, zumal er sportlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Der Stürmer traf bisher siebenmal – bei drei Elfmetertoren.

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