Vor dem Spiel der Löwen in Walldorf sind die Finanzen das Topthema

KSV Hessen Kassel zahlt Gehälter verspätet

Unruhige Zeiten: Beim KSV Hessen ist die Zukunft ungewiss. Foto: Hedler

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel gastiert am Samstag beim FCA Walldorf, doch das beherrschende Thema sind aktuell die Finanzen. Nun machte die Meldung die Runde, die Spieler hätten die vergangenen beiden Monate kein Gehalt bekommen. Das entpuppte sich zwar als Ente. Fakt aber ist: In den vergangenen beiden Monaten hat der KSV diverse Gehälter leicht verspätet gezahlt. Das bestätigte Dirk Lassen.

Der Finanzvorstand sagte, dass es bei dem einen oder anderen Spieler zuletzt bei der Zahlung des Gehalts zu Verzögerungen gekommen sei. Auch was das Aprilgehalt anbelange, könne es passieren, dass bei manchem Akteur das Geld nicht rechtzeitig auf dem Konto eingehe. Aber: „Wir haben noch immer alles bezahlt - auch die Prämien.“

Lassen begründete die Verzögerungen mit fehlenden Einnahmen auch aus Vereinbarungen mit Sponsoren. Dass zu den Heimspielen kaum Zuschauer kommen, verbessert die Lage nicht. Trotzdem sagt Lassen: „Es ist nichts Existenzielles.“ Die kurzfristigen Verbindlichkeiten würden sich derzeit nach wie vor auf 100 000 Euro belaufen. Sie umfassen etwa Steuern und Krankenkassenbeiträge. Dazu kämen langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 400.000 Euro. Die Saison sieht der Finanzvorstand gesichert - und in Hinblick auf die nächste Serie sagt er: „Wir planen die nächste Saison mit den Einnahmen, die uns sicher sind.“

Tatsache ist, dass der KSV mit weniger auskommen muss. Allein Hauptsponsor VW reduziert seine Unterstützung von derzeit 350.000 Euro auf 280.000. Vieles ist dagegen unklar und in Unruhe: Trainer Matthias Mink hat seinen Vertrag noch nicht verlängert, wird zudem mit Viktoria Köln in Verbindung gebracht, der Vorstand ist personell ausgedünnt. Das Gerücht kursiert, der ehemalige Aufsichtsrat Wolfgang Linnenbrink kehre zurück - dann aber in den Vorstand. Lassen sagt dazu: „Ich würde das begrüßen.“ Die Gespräche laufen wohl. Hinzu sorgen Spielerberater für den einen oder anderen Wirbel: Der Hinweis auf ausbleibende Zahlungen kommt wohl aus dieser Ecke - inklusive Übertreibung.

So rückt das Spiel in Walldorf in den Hintergrund. Während einer Veranstaltung unter der Woche hat Lassen einen schönen Satz gesagt: „Mit ein bisschen Glück kommt vielleicht die Sonne raus.“ Er münzte diese Bemerkung aufs Wetter, leitete dann aber auf die allgemeine Situation der Löwen über. Mit ein bisschen Glück kommt vielleicht die Sonne raus - heißt im Umkehrschluss: Derzeit sieht es ziemlich trist aus.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.