KSV-Spieler Evljuskin

Besuch daheim: Evljuskin hat den kürzesten Laufweg

Zu Hause bei Sergej Evljuskin: Der KSV-Spieler wohnt in unmittelbarer Nähe des Auestadions. Foto: Koch

Kassel. Wenn es so läuft wie immer, dann wird Sergej Evljuskin auch am Mittwoch ab 19 Uhr im Heimspiel des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel gegen den FC Homburg zu den laufstärksten Spielern gehören.

Der 28-Jährige absolviert Kilometer um Kilometer, was seine Position im defensiven Mittelfeld mit sich bringt. Da kommt es vielleicht ganz gut, dass er ansonsten den kürzesten Laufweg von allen Spielern hat: Evljuskin wohnt nämlich fast direkt am Auestadion, die Strecke zur Arbeit misst gerade einmal 300 Meter.

Was wie von langer Hand geplant erscheint, entsprang in Wahrheit dem Zufall. Als Evljuskin vor zwei Jahren beim KSV unterschrieb und eine Wohnung suchte, machte er über das Internet zwei Termine aus – eher wahllos. Einer davon betraf jene Wohnung an der Frankfurter Straße. Er gab die Adresse in sein Navi ein und dachte sich bei der Ankunft: „Das kann doch nicht sein, hier ist doch gleich das Stadion.“ Da auch ein Kumpel gleich um die Ecke wohnte, war er sofort „Feuer und Flamme“ für die Wohnung.

Seitdem ist er der Löwe, der immer zu Fuß zur Arbeit gehen kann, ohne sich anstrengen zu müssen. Er fühlt sich wohl, schätzt die Möglichkeiten um die Ecke: Er ist schnell in der Aue und im Park Schönfeld, Supermarkt und Einkaufszentrum sind auch nicht viel weiter weg als das Auestadion. Außerdem: „Ich bin immer wieder schnell zu Hause.“ Das ist vor allem dann gut, wenn er mal etwas vergessen hat. „Das ist auch schon vorgekommen. Dann bin ich schnell zurück in die Wohnung und war am Ende doch noch pünktlich.“

Auch seine Teamkollegen wissen die Lage der Wohnung zu schätzen. In der Mittagspause leisten sie dem Mittelfeldspieler mitunter Gesellschaft. Im Ein-Zimmer-Appartement mit annähernd 50 Quadratmetern ist genügend Platz. Es ist so eingerichtet, dass sich ein Fußballer gleich heimisch fühlt. Im Eingangsbereich hängt ein Mannschaftsposter von Hansa Rostock, auf dem Evljuskin zu sehen ist, und die Wand zieren Trikots von Spielern, mit denen Evljuskin früher zusammengespielt hat.

Für den Fußballer ist diese komfortable Situation neu. Als er noch in Goslar spielte zum Beispiel, da ist er immer gependelt – von Braunschweig aus. Die Bahn braucht hier für die einfache Strecke 50 Minuten. Auch nach Wolfsburg fuhr Evljuskin in der Jugend immer von Braunschweig aus.

Nun genießt er den kurzen Dienstweg. Nachteile? Kaum. Die Straßenbahn ist ein bisschen laut, und einmal ist Evljuskin nach einem Spiel fast nicht mehr in die Wohnung gekommen. „Das war gegen Offenbach. Da hat die Polizei wegen der Fans alles abgesperrt.“ Es fand sich aber eine Lösung. Manchmal klingelt auch der eine oder andere einfach so bei ihm. Das ist dann natürlich nicht so angenehm. Deshalb verschweigen wir an dieser Stelle auch Evljuskins genaue Adresse. Heute Abend ist er eh in seinem zweiten Wohnzimmer zugange: im Auestadion.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.