Tobias Damm und Sebastian Schmeer überzeugen mit Toren und und als Vorbilder

Vor dem KSV-Spiel gegen Worms: Zwei „Oldies“ außer Rand und Band

Auch beim Torjubel noch wild wie die Jungen: Torschütze Sebastian Schmeer (am Boden) und Tobias Damm nach dem Siegtreffer gegen Offenbach. Foto: Hedler

Kassel. Es ist durchaus Begeisterung zu spüren, wenn es in diesen Tagen um die Fußbaler des KSV Hessen Kassel geht.

Vor dem Spiel gegen Wormatia Worms (Samstag, 14 Uhr, Auestadion) sind die Löwen in der Regionalliga Südwest bis auf Platz sechs geklettert. Das war kaum zu erwarten von einem stark regionallisierten und verjüngten Team. Aber: Unter den vielen Jungen ist derzeit vor allem auch auf die beiden Ältesten Verlass: Tobias Damm (32) und Sebastian Schmeer (29) haben mit ihren Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg. Doch nicht nur das. Trainer Tobias Cramer sagt: „Beide haben Familie, einen Job, sind deshalb sehr geerdet und echte Vorbilder für die Jungen.“ Ein Blick auf die beiden KSV-„Oldies“:

TOBIAS DAMM

Das sagt der Trainer: „Tobi ist durch seine Vita eine Identifikationsfigur für den gesamten Verein.“ Tobias Cramer gerät ins Schwärmen, wenn es um seinen Kapitän geht. „Das Amt hat er ja nicht ohne Grund. Eine klare Hierarchie tut der Mannschaft gut. Tobi ist kein Lautsprecher, aber für die Jungen ein Vorbild in jeder Lebenslage.“ Warum der Stürmer nun auch wieder wichtige Tore erzielt, nachdem im Vorjahr Flaute herrschte? „Ganz einfach, weil er endliche eine verletzungsfreie Vorbereitung hatte und nun davon profitiert“, sagt der KSV-Trainer zufrieden.

Das sagt der Spieler: „So richtig schlecht läuft es nicht derzeit“, sagt Damm und lacht. Und fügt ernsthafter an: „Das ist ein schönes Gefühl, wenn du triffst und dadurch auch noch Punkte holst.“ Warum das so ist? „Weil es derzeit unglaublichen Spaß macht, mit den Jungs zu kicken. Und weil der Weg anerkannt wird, den wir mit einer jungen, regionalen Mannschaft gehen.“

Natürlich habe es auch mit gestiegenem Selbstvertrauen zu tun, dass er nun wieder treffe. Aber: „Es ist auch ein Verdienst der gesamten Mannschafft. Wir pressen offensiver und kommen zu mehr Chancen. Davon profitiere ich.“

Das sagt die Statistik: Das schwarze letzte Jahr ohne jedes Tor hat er hinter sich gelassen. Gleich im ersten Spiel gegen Watzenborn traf Damm zum Sieg. Insgesamt gehen nun vier Tore auf sein Konto, obwohl er in fünf Spielen verletzt fehlte. Und: Wenn Damm traf, hat der KSV nie verloren.

SEBASTIAN SCHMEER

Das sagt der Trainer: Tobias Cramer hat an Schmeer eigentlich nur eine Sache auszusetzen: „Dass sein schönster Treffer beim 1:3 in Trier keine Punkte gebracht hat.“ Ein Scherz natürlich. Der KSV-Coach ist voll des Lobes über den ARD-Torschützen des Monats August: „Er ist ein Vollblutfußballer, der unglaublich viele Fähigkeiten in die Wiege gelegt bekam. Man muss sie nur hin und wieder ein wenig herauskitzeln“, sagt Cramer. Schmeer habe nach der komplett verpassten Vorbereitung viel Geduld bewiesen. „Seitdem er dann in der Startelf stand, hat er überzeugt. Besonders schön ist, dass er zu einem Zeitpunkt aufblüht, als vielleicht nicht mehr allzu viele in Kassel damit gerechnet haben“, erklärt Cramer.

Das sagt der Spieler: „Ich sollte fast mal überlegen, ob ich die Vorbereitung immer auslasse“, erzählt der bislang beste KSV-Torschütze und lacht. „In den vergangenen Jahren war ich meist vor dem Saisonstart in Topform, und danach lief es nicht mehr so gut. Deshalb freut es mich, dass ich bis jetzt nicht nur fünfmal getroffen habe, sondern auch das eine oder andere wichtige Tor erzielt habe“, sagt Schmeer. Als Zweitältester müsse er Verantwortung übernehmen. „Aber das mache ich auch gern. Die jungen Spieler haben richtig Qualität und setzen uns im Sturm perfekt ein. Ein Erfolgsrezept ist auch, dass Tobi Damm und ich dort spielen, wo wir uns am wohlsten fühlen.“

Das sagt die Statistik: Nachdem Sebastian Schmeer in der vergangenen Saison in sechs Spielen nur 73 Minuten für den KSV zum Einsatz kam und dann nach Fulda in die Hessenliga ausgeliehen wurde, liest sich die Bilanz nun deutlich besser. 14 Spiele, fünf Tore - und was die Anzahl der Treffer angeht, ist er auf einem guten Weg, seine Bestmarke beim KSV aus der Saison 2013/14 zu knacken. Da traf er neunmal.

HINTERGRUND: Evljuskin liest 

„Eigentlich wäre ich jetzt Weltmeister“ - so lautet der Titel seines Buches, das KSV-Mittelfeldspieler Sergej Evljuskin am Freitag persönlich vorstellt. Mit dabei ist Autor Christof Dörr. Evljuskin war in deutschen Nachwuchsteams Kapitän aktueller Weltmeister.

Wann: heute, 17 Uhr

Wo: Thalia-Buchhandlung im dez

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