Top 5 der kuriosen Tour-de-France-Kollisionen: Als Napoleon den Esel rammte

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Legendäre Rettungsaktion: Wim van Est (unten) wurde 1951 mit zusammengeknoteten Fahrradschläuchen aus einer Schlucht gezogen.

Der spektakuläre Sturz von Spitzenreiter Christopher Froome am Mont Ventoux war der Aufreger der bisherigen Tour de France - und reiht sich in die Liste skurriler Stürze.

Lief den Mont Ventoux hinauf: Christopher Froome.

Nach dem Sturz-Drama bei der Tour de France um Christopher Froome stehen die am Straßenrand oft hemmungslosen Zuschauer in der Kritik.Der britische Spitzenreiter war 1,2 Kilometer vor dem Mont Ventoux gestürzt, weil ein vor ihm herfahrendes TV-Motorrad im Gedränge hängen geblieben war. Froome lief daraufhin mit seinen Radschuhen in Richtung Ziel, weil er erst kein Ersatzrad gereicht bekam.

Der Vorfall reiht sich ein in eine Liste skurriler Stürze, die zeigt, dass nicht nur übermütige Fans, sondern auch schon Tiere so manchen Radprofi bei der Tour zu Fall gebracht haben. Unsere Top 5 der kuriosen Kollisionen:

1. Der Fotograf:  Ähnlich wie Christopher Froome erging es 1999 Giuseppe Guerini. Der Bergfahrer vom Team Telekom liegt auf der Königsetappe hoch nach L’Alpe d’Huez in Führung, als kurz vor dem Ziel plötzlich ein Zuschauer mitten auf der Straße steht, um Fotos vom heranfahrenden Italiener zu machen. Guerini kann nicht mehr ausweichen und prallt mit dem Fan zusammen. Guerini rappelt sich auf und gewinnt die Etappe mit 21 Sekunden Vorsprung. Der Zuschauer entschuldigt sich abends im Team-Hotel.

2. Der Teufelslappen:  Genau wie Froomes Berglauf wird von der aktuellen Tour auch die zusammengesackte Ein-Kilometer-Marke auf der siebten Etappe in Erinnerung bleiben. Der Brite Adam Yates attackiert aus der Favoritengruppe heraus, um sich das Weiße Trikot des besten Jungprofis zu sichern. Er fährt auf den mit Luft gefüllten Bogen mit dem roten Dreieckstuch zu, das auch Teufelslappen genannt wird, als der Bogen unmittelbar vor ihm zusammenbricht. Yates rast in die erschlaffte Luftsäule hinein und stürzt - kann das Rennen aber leicht verletzt zu Ende fahren. Ein Zuschauer hatte das Sicherheitsventil gelöst.

3. Der Esel:  Bei der Tour de France 1920 ist Napoleon Paoli die tragische Figur. Auf der 482 Kilometer (!) langen Etappe nach Bayonne im Baskenland rammt der Franzose einen Esel. Paoli landet auf dem Rücken des Esels und hält sich derart verkrampft an dem Tier fest, dass es kollabiert. Paoli rennt zu seinem Drahtesel zurück und setzt das Rennen fort - bis ihm in den Pyrenäen ein Felsbrocken auf den Kopf fällt. Paoli überlebt auch diesen Unfall, gibt aber das Rennen auf.

4. Die Schlucht: Glück im Unglück hatte Wim van Est im Jahr 1951. Auf einer Abfahrt vom Col d’Aubisque stürzt der Fahrer der niederländischen Mannschaft - bis 1962 radelten bei der Tour Nationalteams um die Wette - wegen einer Reifenpanne in eine 70 Meter tiefe Schlucht. Zuschauer und Betreuer ziehen ihn mithilfe von 40 zusammengeknoteten Fahrradschläuchen die Schlucht hinauf. Nur widerwillig lässt er sich dazu überreden, anstatt weiter ins Ziel, sofort in ein Krankenhaus zu fahren.

5. Der Hund: Vergleichsweise glimpflich geht ein tierischer Zusammenstoß bei der Frankreichrundfahrt 2007 aus. Der deutsche Radprofi Marcus Burghardt vom Team T-Mobile stößt auf der siebten Etappe mit einem 30 Kilogramm schweren Golden Retriever zusammen, der seelenruhig die Fahrbahn überquert hat. Burghardt fliegt über den Lenker, kann aber nach einem Radwechsel weiterfahren.

Literaturtipps: Ralf Schröder/Hubert Dahlkamp: „Nicht alle Helden tragen Gelb“; Les Woodland: „Halbgötter in Gelb“.

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