Die Tops und Flops der Spiele: Freude auf dem Wasser, Trauer im Becken und begeisternde Mannschaften

Das Lachen und Weinen von Rio: Die Tops und Flops der Spiele

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 Judoka Rafaela Silva ist die erste Olympiasiegerin für Brasilien

Nun sind sie also beendet: Zwei Wochen lang haben sich Sportler in Rio gemessen, haben gekämpft, gejubelt, geweint. Wir blicken noch einmal auf bewegende und bedrückende Momente in Brasilien zurück: Die Tops und Flops der Olympischen Spiele:

RICHTIG GUT

Die deutschen Sportler auf dem Wasser: Die Kanuten bleiben die zuverlässigsten deutschen Medaillenlieferanten. Gleich siebenmal paddelten sie zu Edelmetall, darunter viermal zu Gold. Positiv auch die Bilanz der Ruderer, die wie in London zweimal Gold und einmal Silber holten. Hinzu kommt die Bronzemedaille der 49er-Segler. Lediglich die medaillenlosen Slalomkanuten trüben die deutsche Auf-dem-Wasser-Bilanz etwas.

Die Galavorstellungen der Stars: Die Topathleten haben gezeigt, warum sie so genannt werden. US-Schwimmer Michael Phelps – fünfmal Gold, einmal Silber. Usain Bolt, der sich nach dem dritten Gold-Triple schon einmal selbst den Legendenstatus verlieh. Turnerin Simone Biles (USA): viermal Gold, einmal Bronze – mit 19 Jahren. Und Schwimmerin Katie Ladecky (USA), die viermal Gold und einmal Silber mit ebenfalls 19 Jahren holte. Hut ab. Stars, ihr habt uns nicht enttäuscht.

Die Auftritte der Teams: Auf die Mannschaften können wir uns verlassen. Da wäre die Goldmedaille der Fußballerinnen, Silber für das Team von Horst Hrubesch, Bronze für die Handballer und die Hockey-Frauen und -Männer. Ach, und dann war da ja noch Silber für die Tischtennis-Damen und Bronze für die Herren um Timo Boll. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst nicht zu vergessen – Gold beim Beachvolleyball. Und Mannschaftsgold für die Dressurreiter. Danke.

Die goldigen Geschichten: Olympia lieferte Stoff für zahlreiche Sportlermärchen: Der Sieg der brasilianischen Judoka Rafaela Silva, die aus einer Favela stammt, 2012 noch als Affe beschimpft worden war und in ihrer Heimatstadt die erste Goldmedaille für Brasilien holte. Historisch auch der Sieg des Rugbyteams der Fidschis. Es war das erste Edelmetall für die Pazifikinsel überhaupt. Natürlich darf hier auch Fabian Hambüchen nicht fehlen. Nach Bronze 2008 und Silber 2012 krönte der Turnfloh seine Karriere mit der Gold am Reck.

Der traumhafte Blick auf eine Stadt: Einfach atemberaubend, dieser Blick auf Rio. Eine Stadt mit mehr als sechs Millionen Einwohnern, über der Cristo seine Arme ausbreitet. Strände vor der Haustür. Malerisch.

EHER ÄRGERLICH

Die deutschen Sportler im Wasser: Keine Medaille, gerade einmal sieben Finalteilnahme – das deutsche Schwimmteam hat schon wieder enttäuscht. Nur fünf der 27 deutschen Beckenschwimmer verbesserten ihre persönliche Bestzeit. Auch die Freischwimmer kraulten am Podest vorbei. Im Synchronschwimmen und Wasserball hatten sich erst gar keine Deutschen qualifiziert. Wenn man die Turmspringer dazuzählt, bleibt immerhin die Bronzemedaille von Patrick Hausding.

Das Theater um die Russen: Was war das für ein Hickhack um die russische Olympiamannschaft. Nach dem Aufdecken systematischen Staatsdopings verhängten einzelne Verbände ein komplettes Startrecht für die Russen, andere nicht. Am Ende gingen nur 285 russische Sportler an den Start. Viele wurden kritisch beäugt, ausgepfiffen, bei Siegerehrungen gemieden. Dennoch belegen sie im Medaillenspiegel wie schon 2012 den vierten Platz.

Die Pfiffe auf den Rängen: Die Brasilianer hätten vor den Spielen vielleicht noch mal nach Sydney blicken sollen. In Australien wurden die eigenen Sportler bejubelt – alle anderen gefeiert. In Rio fehlte häufig der Respekt. Bei aller Begeisterung für die eigenen Sportler: Pfiffe wie beim Stabhochsprung, gedacht um einen Konkurrenten aus dem Gleichgewicht zu bringen, das geht gar nicht.

Die Schattenseiten einer Stadt: So schön der Blick von oben auf Rio auch ist: Am Ende muss man sich fragen, ob die Olympia-Vergabe an diese Stadt wirklich sinnvoll war. Sportler dürfen ihre Unterkunft nicht verlassen, weil die Gefahr, überfallen zu werden, zu groß ist. Jeder Vierte lebt in einer Favela. Arm und Reich spalten die Stadt. Da wirkt ein Ereignis wie Olympia Fehl am Platz.

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