Sebastian Strübin ist Physiklehrer. Er erklärt seinen Schülern die Welt und was sie zusammenhält. Er hat für viele Phänomene eine Antwort. Nur für das in der Herbolzheimer Breisgauhalle hatte der Hobbyhandballer zunächst keine.
Wie passte der Handball ins Lattenkreuz – und warum blieb er dort stecken?
Es ist das Top-Spiel der Landesliga Süd: Tabellenführer TV Herbolzheim (am Schwarzwald) spielt zuhause gegen den Dritten SG Waldkirch-Denzlingen. Es ist eine Partie auf Augenhöhe, ohne Zwischenfälle – und mit einem mit Kunstharz behandelten Ball. Das ist in der Liga üblich, die Spieler können ihr Spielgerät so besser greifen.
Es ist die 60. Minute. Fünf Sekunden vor dem Schluspfiff, beim Stand von 31:31, entscheiden die Schiedsrichter auf Freiwurf für die Gäste. Spielertrainer Sebastian Stübin fasst sich ein Herz. Er hämmert den Ball, einen Aufsetzer, vorbei an Torwart Hagen Feth unter das rechte Lattenkreuz. Dort bleibt der Ball kleben – bis ihn Feth wie einen reifen Apfel pflückt. Kein Tor, Spielende, Punkteteilung.
„Im ersten Moment dachte ich nur: Wo ist der Ball? Der muss doch runterfallen“, erinnert sich Strübin im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich konnte es nicht fassen.“ Dem sonst so gesprächigen 29-Jährigen fehlten die Worte. Zwar haben seine Mitspieler von der SG solche Tricks immer mal wieder im Training versucht – geklappt hat es aber nie.
Inzwischen hat Strübin das Rätsel gelöst. „Der Ball wurde durch die Bewegungsenergie im Lattendreieck verformt. Dadurch hat sich ein innerer Druck aufgebaut, der den Ball im Lattenkreuz regelrecht verkeilt hat.“ Durch die Reibung wurde der Ball „festgehalten“ – unterstützt durch das klebrige Kunstharz. Klingt komisch, ist aber so. Ein echter Kunstwurf eben.
Von Anke Laumann



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