"Messi rührt niemand an" - Barça unterstützt den Superstar

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Lionel Messi wurde wegen Steuerbetrug verurteilt. Foto: Paco Puentes

Nach der Verurteilung von Lionel Messi wegen Steuerbetrugs hat der FC Barcelona eine Kampagne zur Verteidigung seines Superstars gestartet. "Wir alle sind Leo Messi", heißt der Slogan. Der Club stieß damit aber nicht nur auf Zustimmung.

Barcelona (dpa) - Einen Lionel Messi rührt niemand an. Der FC Barcelona stellt sich hinter den fünfmaligen Weltfußballer, der von einem Gericht wegen Steuerbetrugs zu 21 Monaten Haft verurteilt worden ist.

"Wir werden es nicht hinnehmen, dass man Messi wie einen Verbrecher behandelt", erklärte Josep Vives, Sprecher des spanischen Meisters und Pokalsiegers. Der Argentinier habe an das Finanzamt 50 Millionen Euro nachgezahlt. "Damit ist er der Steuerzahler Nummer eins in ganz Spanien."

Der Club hat gute Gründe, seinen Superstar in Schutz zu nehmen. In England lauern Vereine wie der FC Chelsea, Manchester United oder Manchester City auf jede Gelegenheit, den Katalanen den Angreifer abzujagen. Der spanische Radiosender Cadena Cope berichtete, Messi sei frustriert und erwäge, den Club 2018 nach Ablauf seines Vertrags zu verlassen.

Der Vereinssprecher wies dies zurück. "Messi fühlt sich verletzt, aber weder er selbst noch seine Vertrauten haben gesagt, dass er von Barça weggehen will. Wir sind in dieser Hinsicht völlig beruhigt." Der FC Barcelona startete im Internet unter dem Slogan "#TotsSomLeoMessi" ("Wir alle sind Leo Messi") eine Initiative, mit der die Anhänger aufgefordert werden, den Star öffentlich zu unterstützen. Clubpräsident Josep Maria Bartomeu postete auf Twitter: "Leo, wer Dich attackiert, attackiert auch Barça und dessen Geschichte. Wir werden uns bis zum Schluss verteidigen."

Die Kampagne brachte dem Club jedoch nicht nur Zuspruch, sondern auch Kritik ein. Barça musste sich in sozialen Netzen vorhalten lassen, Steuerbetrug zu verteidigen. "Man darf nicht vergessen, dass die ehrlichen Steuerzahler für die Rechnungen der Steuerflüchtigen aufkommen müssen", schrieb der Autor Rubén Amón in der Zeitung "El País".

Der FC Barcelona wies den Vorwurf zurück. Der Club setze sich lediglich dagegen zur Wehr, dass Messi ungerecht behandelt werde, betonte der Club. Sogar die Staatsanwaltschaft sei dagegen gewesen, dass der Argentinier angeklagt wurde. Die Verurteilung Messis sei allein darauf zurückgegangen, dass der Anwalt des Finanzamts eine Haftstrafe gefordert habe. "In anderen vergleichbaren Fällen gingen die Steuerbehörden nicht in dieser Weise vor, und hier beginnt nach unserer Ansicht die Ungerechtigkeit", betonte der Clubsprecher.

Messi und sein Vater waren zu jeweils 21 Monaten Haft verurteilt worden, weil sie in den Jahren 2007, 2008 und 2009 insgesamt 4,1 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben sollen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung strebt ein Berufungsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof an. Zudem ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Messi ins Gefängnis muss. Haftstrafen von weniger als zwei Jahren werden in Spanien fast immer zur Bewährung ausgesetzt, solange die Betroffenen nicht vorbestraft sind.

Kampagne für Messi - Katalanisch

Äußerungen des Clubsprechers auf der Barça-Homepage

Artikel in El País

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