Ein Goldener Oktober muss her

Analyse: Melsunger Handballer stecken nach Fehlstart im Tabellenkeller fest

Es geht nur gemeinsam: Melsungens Marino Maric (links) und Kapitän Michael Müller. Foto: Kirschner

Kassel. Dass die MT Melsungen mit 25:29 beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt unterlag, war keine Überraschung. Überraschend ist allerdings, dass die Melsunger Bundesliga-Handballer in der noch jungen Saison bislang alle vier Partien verloren haben, die sie in der Vorserie noch gewannen.

Denn in der Spielzeit 2015/16 behaupteten sie sich hauchdünn in Flensburg, sie schlugen vor heimischer Kulisse die Rhein-Neckar Löwen, und sie gaben sich gegen alle drei damaligen Aufsteiger keine Blöße. Den einzigen Sieg feierte das MT-Team bisher ausgerechnet gegen den VfL Gummersbach, der in den drei vorangegangenen Saisons jeweils beide Zähler aus Kassel entführte.

„Wir haben keinen Puffer mehr.“

So hat der Vorjahresvierte statt 8:2 nun 2:8 Punkte auf dem Konto und steckt am Tabellenende fest. „Uns fehlen vier Punkte“, macht Manager Axel Geerken mit Blick auf die Pleiten gegen Coburg und gegen Erlangen klar. Trainer Michael Roth ergänzt: „Wir haben keinen Puffer mehr.“ Die Hoffnung? Ein Goldener Oktober.

Im Oktober hat die MT sechs Spiele – fünf in der Liga, eines im Pokal. Los geht es am 1. Oktober mit dem Heimspiel gegen Göppingen. Danach reist das Team nach Leipzig (8.10.), ehe sich Stuttgart (16.10.) in der Rothenbach-Halle vorstellt. Nach der Begegnung in Lemgo (22.10.) trifft Melsungen zweimal auf Minden: Erst gastiert das Team im Pokal in Ostwestfalen (26.10.), drei Tage später ist GWD an der Fulda zu Gast. Warum es bislang nicht lief und weshalb die Melsunger dennoch mit einer raschen Trendwende rechnen:

Die Probleme

• Coburg-Spiel: Gegen den Neuling aus Franken fanden die Melsunger nie die richtige Einstellung. Von der eigenen Leistung geschockt, folgte in Nürnberg gegen Erlangen prompt der nächste Nackenschlag.

• Ausfälle: Anders als beim Fabelstart vor einem Jahr mit 10:0 Zählern muss Melsungen seit Beginn der Sommervorbereitung 2016 ständig improvisieren. Einige von denen, die besonders belastet sind, sind jetzt nicht bei 100 Prozent: Felix Danner wirkte in Flensburg müde, und Philipp Müller sowie Momir Rnic bekamen jeweils einen Schlag auf den Ellenbogen und waren fortan gehandicapt.

• Trainingssituation: In der Vorsaison konnte die MT im Training problemlos sechs gegen sechs spielen lassen – was speziell für die Abwehr wichtig ist. Dies ist aktuell nur unter Berücksichtigung einiger unerfahrener Spieler möglich.

Die Lösungen

• Rückkehrer: Das Lazarett lichtet sich. Marino Maric und Michael Allendorf stehen schon seit einigen Tagen wieder zur Verfügung. Torwart Johan Sjöstrand durfte in Flensburg ran. „Das war wichtig für Johan. So hat er das Gefühl bekommen: Ich bin wieder dabei“, sagt Roth. Länger pausieren muss nur noch Neuzugang Gabor Langhans (Patellasehnenreizung).

• Pause: Praktisch seit Mitte Juli arbeitet das Team zusammen. Nun können alle Spieler mal ein paar Tage verschnaufen. Am Wochenende haben sie sogar komplett frei. „Wir hatten viel Training und können ein bisschen Erholung gut gebrauchen“, betont Spielmacher Patrik Fahlgren. Er selbst musste gegen sein Ex-Team wegen einer Verletzung im Bauchmuskelbereich passen. Am Montag will er aber wieder einsteigen.

• Spielsystem: In den vergangenen Begegnungen lief es spielerisch besser. „Wir haben es insgesamt ganz gut gemacht“, befand Fahlgren, „wir haben nur einige Bälle leichtfertig weggeworfen.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.