WM mit Kroatien im Visier

Melsungens Kreisläufer Maric macht große Fortschritte

Manchmal tut’s noch weh: Melsungens Marino Maric kann sein Team aber wieder unterstützen. Foto: Schachtschneider

Melsungen. Seit Mitte September unterstützt er das Melsunger Handball-Team nicht mehr nur moralisch. Nein, MT-Kreisläufer Marino Maric kann nach langer Verletzungspause auch wieder Akzente auf dem Feld setzen. Warum er sich auf die kommende Erstliga-Partie am Samstag ab 19 Uhr beim SC DHfK Leipzig freut, und weshalb diese Wochen besonders wichtig für ihn sind:

Die Erinnerung

Es war ein famoser Start, den die Melsunger in der vergangenen Saison hinlegten. Auf der Anzeigentafel der Arena in Leipzig leuchtete nach 60 Minuten ein 32:21 auf. „Wir haben damals top angefangen“, erinnert sich Marino Maric, mit drei Treffern am Kantersieg seiner Mannschaft beteiligt. Nach 16 Minuten führten er und seine Kollegen 11:2, zur Pause stand es 16:7. Dass Auftritte in Leipzig auch anders verlaufen können, zeigte sich Wochen später, als die Teams aus Berlin und Magdeburg bei den Sachsen patzten.

Die Genesung

Vier Monate ist es her, dass sich Maric den Fuß brach. Schmerzen hat der 1,96 m große und 108 Kilogramm schwere Kreisläufer immer noch jeden Tag. Manchmal zwickt es auch in der Achillessehne. Und wenn sich die Kollegen mit einem Fußballspielchen aufwärmen, muss Maric mit Co-Trainer Mile Malesevic, Physiotherapeutin Jenny Bajerke oder Fitnesscoach Lutz Anders Übungen zur Kräftigung seiner Beine absolvieren. „Ich wäre so gern beim Fußball dabei, das macht riesigen Spaß“, sagt der Kroate mit bosnischen Wurzeln, „aber ich brauche Kraft und Ausdauer. Und das Wichtigste ist, dass ich wieder Handball spielen kann und nicht mehr von der Tribüne zuschauen muss.“

Die Weiterentwicklung

Es läuft zusehends besser bei ihm und seinem Team. „Wir haben lange nach unserem Rhythmus gesucht“, erklärt der 26-Jährige, „jetzt klappt die Zusammenarbeit mit dem Torwart schon ganz ordentlich.“ Was sich nach Einschätzung Marics in der Begegnung zuletzt gegen Göppingen widerspiegelte: „Da steht es in der 57. Minute unentschieden, und wir gewinnen noch mit vier Toren Differenz.“

Die Herausforderung

Wie schwer die Aufgabe am Samstag wird, verdeutlicht die Leistung, die die Sachsen gegen Meister Rhein-Neckar Löwen zeigten. Lediglich mit 24:25 mussten sie sich geschlagen geben. „Die Leipziger geben 60 Minuten Vollgas“, weiß Maric. Das System mit dem siebten Feldspieler hatte der SC DHfK schon im Repertoire, als der zusätzliche Akteur noch ein Leibchen tragen musste.

Die Planung

Natürlich hofft er auf einen Goldenen Oktober mit der MT. Er hofft aber auch, bald wieder für die kroatische Nationalmannschaft auflaufen zu können. Aktuell ist die Situation beim EM-Dritten eher schwierig: Erst das Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen in Rio, jetzt ein Team ohne Trainer. Zeljko Babic trat in der vergangenen Woche als Auswahlcoach zurück. „Ich habe sicher eine gute Position, aber ich muss trotzdem jede Bundesligapartie dazu nutzen, um mich zu empfehlen“, betont Maric. Da die Kroaten Gastgeber der nächsten Europameisterschaft im Januar 2018 sind, bestreiten sie im November keine Qualifikationsspiele. Zudem ist die WM im Januar in Frankreich ein Ziel Marics: „Zum Skilaufen will ich dann jedenfalls nicht.“

Von Björn Mahr

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