MT blamiert sich schon wieder

Schnellcheck: Melsunger Handballer verlieren beim Aufsteiger Erlangen 25:29

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Nürnberg. Au weia, MT Melsungen: wieder ein Aufsteiger, wieder eine Pleite. Der Handball-Bundesligist aus Nordhessen hat mit dem 25:29 (15:15) gegen den gastgebenden HC Erlangen endgültig einen Alptraum-Start hingelegt.

Dabei sahen Michael Müller und Timm Schneider nach umstrittenen Szenen jeweils die Rote Karte.

Wie war das Spiel in der Arena in Nürnberg?

Die Gastgeber hatten vor der Begegnung zwei schmerzhafte Ausfälle wegstecken müssen. Neben Top-Torwart Nikolas Katsigiannis, der sich im Abschlusstraining am Finger verletzte, stand auch der gesundheitlich angeschlagene Regisseur Martin Stranovsky nicht zur Verfügung. Trotz dieser Schwächungen hielten die Franken die Begegnung offen.

Wobei auch die MT, die noch durchaus schwungvoll begonnen hatte, mit einigen leichten Ballverlusten dazu beitrug, dass die Hausherren immer wieder ausgleichen konnten und teilweise sogar vorn lagen. Zwar warf MT-Regisseur Patrik Fahlgren bis zur Pause vier Tore, auf der Gegenseite war aber Rechtsaußen Ole Rahmel gleich neunmal (darunter drei Siebenmeter) erfolgreich.

Aktualisiert am Sonntag um 11.10 Uhr

Die große Frage zur Pause: Wie gut stecken die Gäste den Ausfall von Kapitän Michael Müller weg? Naja, im zweiten Abschnitt erinnerte schnell einiges an die schmerzhafte 20:25-Heimniederlage der MT von vor einer Woche gegen den anderen fränkischen Neuling Coburg: mehr Einzelaktionen, einige Verunsicherung. So verspielten die Fuldastädter in kürzester Zeit ihre erste Zwei-Tore-Führung. Aus einem 19:21 machte der HC ein 23:21. Nach dem weiten Treffer ins leere Tor von Isaias Guardiola stand es dann 25:22 (50.). Und es wurde noch schlimmer: Nicolai Theilinger sorgte für das 26:22, und die MT kam nur noch über Verzweiflungsaktionen, die nichts einbrachten. Dass Timm Schneider auch noch den Roten Karton sah, war nur noch eine Randnotiz. Es war die zweite Blamage des Vorjahresvierten innerhalb von sieben Tagen.

War der Erfolg der Erlanger verdient?

Absolut. Sie investierten viel in dieses Spiel und wurden – getragen von einem lautstarken Publikum - belohnt.

Gab es personelle Überraschungen?

Bei den Melsungern fehlten die bekannten Kräfte. Allerdings wärmte sich der zuletzt verletzte Linksaußen Michael Allendorf (leichter Muskelfaserriss) mit den Kollegen auf, wurde aber noch nicht aufgeboten. „Es kommen noch andere wichtige Spiele in der kommenden Woche“, erklärte Allendorf. Klar, bereits am Mittwoch gastiert der Meister Rhein-Neckar Löwen in Kassel.

Was war der Aufreger des Spiels?

Das Foulspiel in der 17. Minute von MT-Spielführer Michael Müller. Er hinderte Pavel Horak unfair am Torwurf. „Die Entscheidung war zu hart“, meinte Melsungens Manager Axel Geerken. Eine Zwei-Minuten-Strafe plus Siebenmeter hätten seiner Ansicht nach auch gereicht.

Wie war die Stimmung in Nürnberg?

Mit mehr als 3000 Zuschauern hatte der Gastgeber gerechnet. Und diese kamen trotz des letzten Ferienwochenendes in Bayern und Temperaturen von 30 Grad und mehr auch zum ersten HCE-Heimspiel der jungen Saison. Unter den 3122 Besuchern waren auch mehr als 50 MT-Fans. Diese hatten aber nichts zu feiern – wie vor einer Woche.

MT Melsungen verliert 25:29 gegen Erlangen

HC Erlangen – MT Melsungen 29:25 (15:15)

Erlangen: Huhnstock (2 P.), Haßferter (ab 25., 8 P.) - Theilinger 1, J. Link 2, Guardiola 4, Haaß 1, Bissel 1, Rahmel 12/3, Horak 1, N. Link, Thümmler 4/1, Sabljic 2, Bayer, Herbst.

Melsungen: Verkic (8 P.), Villadsen (31. bis 53., 3 P.) - Sellin 6/1, Golla, Fahlgren 7, Danner 3, P. Müller 1, Boomhouwer 1, Rnic 3, Schneider 2, Vuckovic, M. Müller 2, Haenen, Backs.

SR: Geipel/Helbig (Landsberg/Steuden) – Z: 3122

Siebenmeter: 5/4:1/1 – Zeitstrafen: 8:6 Minuten – Rote Karten: M. Müller (17., Foulspiel), Schneider (57., Foulspiel)

Spielstände: 1:0 (1.), 2:3 (4.), 6:5 (10.), 8:9 (18.), 14:13 (27.), 15:15 – 15:16 (33.), 19:21 (45.), 23:21 (48.), 27:22 (57.), 29:25.

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