EM-Helden verlieren

Schnellcheck: Handballer müssen sich im Test Katar 24:26 geschlagen geben

Mit Licht und Schatten: Rechtsaußen Johannes Sellin (rechts) kommt hier gegen den katarischen Verteidiger Bertrand Roine zum Wurf.

Kassel. Zum ersten Mal seit dem EM-Start am 16. Januar in Polen gegen Spanien (29:32) haben die deutschen Handballer mal wieder eine Niederlage einstecken müssen. In Berlin verlor der frisch gebackene Europameister verdient das Testspiel gegen den Vize-Weltmeister Katar 24:26 (11:14).

Am Freitag hatten die Deutschen noch in Leipzig 32:17 gegen die Mannschaft aus dem Wüstenstaat gewonnen.

Was war von der Euphorie rund um den Europameister noch zu spüren?

Wie schon in Leipzig war auch die Berliner Max-Schmeling-Halle mit fast 9000 Zuschauern ausverkauft. Der Begeisterung auf den Rängen tat das Fehlen von acht EM-Helden, unter anderen Steffen Fäth und Martin Strobel, keinen Abbruch. Noch mehr als in den ohnehin aufregenden Wochen stand Bundestrainer Dagur Sigurdsson im Blickpunkt. Er war sechs Jahre Coach der Füchse Berlin, und dieses Duell war eine Art Abschiedsspiel für den Isländer.

Wie war das zweite Aufeinandertreffen mit dem Vize-Weltmeister binnen 48 Stunden?

Ganz anders als der erste Vergleich: Diesmal präsentierten sich die Kataris um einiges stärker. Zudem lief bei den Deutschen teilweise nicht viel zusammen. Ein bisschen so wie beim Besuch bei der Kanzlerin am Mittwoch, als sich letztlich nur Kapitän Uwe Gensheimer und Melsungens Rechtsaußen Johannes Sellin die Merkel-Raute trauten.

Wie war ansonsten der Spielverlauf?

Es schien, als könnte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nach schwierigem Beginn die Initiative übernehmen. Gensheimer traf zum 8:7 (19.). Doch das blieb nach dem 1:0 durch Julius Kühn die letzte Führung der Gastgeber. Katar setzte sich bis zur 43. Minute auf 21:14 ab und ließ den Kontrahenten nicht mehr bis auf mehr als zwei Treffer herankommen. Die DHB-Vertretung leistete sich insgesamt zu vielen technische Fehler und Fehlwürfe.

Wie war die kurzfristige Rückkehr des Melsungers Müller ins Nationalteam?

125 Tage nach seinem letzten Auftritt im deutschen Team beim Supercup im vergangenen November war dem 31-Jährigen nach seiner Einwechslung in der 17. Minute eine gewisse Nervosität durchaus anzumerken: Erst kassierte der am Freitag für den verletzten Kai Häfner nominierte Müller eine Zeitstrafe, dann unterlief ihm ein ärgerlicher Schrittfehler im Angriff. In der Folgezeit sorgte er aber durchaus für Belebung, setzte vor allem die Rechtsaußen Patrick Groetzki und später seinen MT-Kollegen Sellin (je 3 Tore) wiederholt gut in Szene. Auch als Torschütze (3) zeichnete er sich aus.

Gab es denn auch etwas  Kurioses?

Ja, die Gäste vom Persischen Golf kehrten nach der Pause erst mal nicht auf das Feld zurück. Sie fühlten sich offenbar von den isländischen Unparteiischen benachteiligt und waren sich nicht sicher, ob sie zur zweiten Hälfte wieder antreten sollten. Sie kamen dann doch – und brachten dem Europameister eine Niederlage bei.

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