Gäste-Torwart zieht dem Gastgeber den Zahn

Melsunger Handballer unterliegen Aufsteiger Coburg 20:25

Kassel. Das war nichts, MT Melsungen: Zum Saisonauftakt in der Handball-Bundesliga bezog das Team von Trainer Michael Roth eine nicht für möglich gehaltene 20:25 (10:11)-Heimpleite gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg.

Völlig gefrustet verließen er und seine Schützlinge den Boden, auf dem sie in der vergangenen Runde so großartige Erfolg feiern konnten.

„Ich muss mich für unsere Leistung entschuldigen. Das war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir haben ohne Energie gespielt“, stellte Kapitän Michael Müller ernüchtert fest. Es ging schon nicht gut los. Die erste Frage des Tages lautete: Wer wirft das erste MT-Tor in der neuen Saison? Ganz so einfach ließ sie sich nicht beantworten, weil die Hausherren vor 3268 Zuschauern die Anfangsphase verschliefen: In den ersten zehn Minuten gelang nicht ein einziges Törchen. Für die Kracher sorgten die Gäste, der Aufsteiger aus Oberfranken. Zwischen den Pfosten nahm Schlussmann Jan Kulhanek gleich mal einige Bälle weg, und im Angriff traf Romas Kirveliavicius, wie er wollte.

Nach exakt zehn Minuten und acht Sekunden leuchtete der erste Treffer auf der Anzeigentafel für Melsungen auf: Momir Rnic hatte Kulhanek überwunden – 1:3. Für das zweite Erfolgserlebnis brauchten die Gastgeber dann nicht einmal 45 Sekunden. Jeffrey Boomhouwer verkürzte auf 2:3.

Wir haben das Spiel live übertragen. Sie können die Kommentierung durch Jens Nähler hier nachhören.

Jetzt fand die MT etwas besser ins Spiel – allerdings ohne die Begegnung zu kontrollieren. So lag der Vorjahresvierte nach zwei Boomhouwer-Siebenmetertreffern nur kurz vorn (7:6, 19.). Auch danach passte bei den Schützlingen von Coach Michael Roth längst nicht alles zusammen. Johannes Sellin scheiterte wiederholt an Kulhanek, und der neue Torwart Svetislav Verkic konnte die guten Eindrücke aus der Vorbereitung nicht bestätigen.

Dabei drohte dem Serben ab der 22. Minute zumindest von Kirveliavicius kein Ungemach mehr. Dieser hatte nach einem rüden Einsatz gegen Timm Schneider die Rote Karte gesehen.

Nach der Pause brachte Roth Villadsen für Verkic – und der Däne führte sich mit drei Glanztaten in wenigen Minuten gut ein. In der Offensive wuchtete Schneider das Leder nun per Schlagwurf in die gegnerischen Maschen. Es waren Einzelaktionen – aus dem gebundenen Spiel passierte nicht viel. Immerhin: Michael Müller verwertete ein Kempa-Anspiel von Zwillingsbruder Philipp (16:15, 42.).

Da sich die Coburger, die sich in keinster Weise wie ein Abstiegskandidat präsentierten, aber auch im zweiten Durchgang bei ihrer Premiere im Oberhaus teuer verkauften, blieb es lange spannend. Ehe nicht der Außenseiter, sondern der Favorit auf der Strecke blieb. „Wir haben immer an uns geglaubt. Dann kommt so ein Ergebnis heraus“, bilanzierte Jan Kulhanek erfreut. Er avancierte mit 18 Paraden zum Mann des Abends. Während die MT-Akteure rasch in der Kabine verschwanden, wurde er von seinen Kollegen fast erdrückt.

Melsunger Handballer unterliegen Aufsteiger Coburg 20:25

 

Melsungen – Coburg 20:25 (10:11)

Melsungen: Villadsen (13 GT/9 P.), Verkic (12 GT/5 P.) - Sellin 1, Golla, Fahlgren, Danner 2, P. Müller, Boomhouwer 7/4, Rnic 5/3, Schneider 3, Vuckovic, M. Müller 1, Haenen1.

Coburg: Kulhanek (17 GT/18 P.), Krechel (3 GT/0 P.) - Hagelin, Wucherpfennig 1, Kelm 1, Weber 4, Lex 3, Coßbau 5/2, Riehn, Büdel 2, Harmandic 2, Lilienfelds 2, Wetzel 1, Kirveliavicius 4.

SR: Behrends/Fasthoff (Düsseldorf). Z: 3268

Zeitstrafen: 10:6 Minuten - Siebenmeter: 9/7:2/2 - Rote Karte: Kirveliavicius (22., grobes Foulspiel)

Spielfilm: 0:3 (6.), 1:3 (11.), 7:6 (19.), 7:9 (26.), 10:11 - 12:11 (34.), 14:15 (37.), 16:15 (42.), 16:17 (44.), 19:18 (49.), 19:20 (53.), 20:25.

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