Sie zeigten sich erstaunlich abgeklärt

Melsunger Handballer schlagen Angstgegner Gummersbach

Erleichterung pur: Marino Maric, Michael Allendorf, Nenad Vuckovic, Johannes Golla und Patrik Fahlgren (von links) bejubeln den ersten Saisonsieg. Fotos:  Fischer

Kassel. Erst wendeten sie sich den Fans auf der Haupttribüne zu, dann den Besuchern auf der Gegengerade und schließlich den Anhängern auf den Stehrängen.

Begleitet von viel Applaus und lauten Trommelschlägen der 3124 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle warfen die Handballer der MT Melsungen immer wieder glücklich die Arme in die Höhe – die Erleichterung nach dem ersten Sieg in dieser Bundesliga-Saison war spürbar. Mit dem 32:28 (16:10) gegen den VfL Gummersbach hatten die Nordhessen ihre Mini-Krise beendet.

„Wir haben uns befreit“, sagte Philipp Müller und atmete genauso wie seine Kollegen kräftig durch. MT-Manager Axel Geerken ergänzte: „Ich ärgere mich zwar nach wie vor über unseren Rundenstart, aber heute erinnerte doch schon einiges an die letzte Saison.“ Da hatten die Melsunger die Fans regelmäßig begeistert. Die Gründe für einen verdienten Heimsieg:

DAS KOLLEKTIV

Von einem erfolgreichen Orchester wird erwartet, dass der Dirigent das Tempo bestimmt und seine Musiker hervorragend miteinander harmonieren. Im Melsunger Handball-Ensemble stimmte im Gegensatz zu den ersten Vorstellungen der Saison diesmal einiges. Timm Schneider dirigierte gekonnt, und die Mannschaft fand schnell ihren Rhythmus. „Ein starkes Gemeinschaftsgefühl“ erkannte Kreisläufer Felix Danner bei seinem Team, das in der Deckung im ersten Abschnitt nahezu alles richtig machte. „Ich habe meinen Jungs gesagt, sie müssen in dieser prekären Lage Gras fressen, und alle Mann haben bedingungslosen Einsatz gezeigt“, lobte Trainer Michael Roth.

DIE SPIELGESCHWINDIGKEIT

Endlich einmal gelang es der MT, gehörigen Druck aufzubauen. Kapitän Michael Müller schuf die nötigen Räume für Momir Rnic sowie Schneider, die sich mit Treffern aus dem Rückraum bedankten. Zudem lief der Gastgeber gegen den Angstgegner mehr Konter als in den drei vorherigen Partien zusammen – wiederholt sehenswert und sicher abgeschlossen durch Johannes Sellin und Michael Allendorf.

Die ABGEKLÄRTHEIT

Wer nach drei Niederlagen eine nervöse Mannschaft erwartet hatte, musste sich früh verwundert die Augen reiben. Die MT zeigte sich abgeklärt. In der 29. Minute drohte beispielsweise Zeitspiel, doch das Team wurde nicht unruhig. Schließlich markierte Allendorf per Heber das 15:9. Als die Gäste in eine Manndeckung übergingen, brauchte Melsungen nicht lange, um sich darauf einzustellen. Auch als die Unparteiischen im zweiten Durchgang unnötigerweise Zwei-Minuten-Strafen im Überfluss verteilten, verloren die Melsunger auf dem Feld (und auch an der Seitenlinie mit Trainer Roth und Assistenzcoach Mile Malesevic) nicht den Überblick.

DER RÜCKKEHRER

Mehr als drei Monate musste er wegen eines Fußbruchs aussetzen – nach der Pause durfte Marino Maric wieder ran. Der kroatische Kreisläufer agierte teilweise so, als sei er nie verletzt gewesen. „Es zeugt von großer Qualität, wenn ein Spieler aus dem Stand solch einen Auftritt zeigt“, befand Roth.

Der SCHLUSSMANN

Ja, es stimmt: Melsungen hatte eine gute Torwartleistung. Noch wichtiger: Svetislav Verkic stach seine Gegenüber Carsten Lichtlein und Matthias Puhle klar aus. Gegen Ende hielt er erst einen Siebenmeter von Florian von Gruchalla (54.) und danach gefühlt alles.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.