Die etwas andere Rückkehr

Till Riehn wuchs in Fuldabrück auf und spielt nun bei MT-Gegner Coburg

Hier noch im Mündener Trikot, inzwischen in Coburg: Till Riehn. Archivfoto: Brandenstein

Coburg/Kassel. Wie alt er damals genau war, weiß Handballer Till Riehn nicht mehr. „Ich muss so 14, 15 oder 16 gewesen sein“, sagt der heute 30-Jährige, „es war auf jeden Fall in den Ferien.“

Als Jugendlicher durfte Riehn drei-, viermal in der damaligen Zweitliga-Mannschaft der MSG Melsungen/Böddiger mittrainieren. Trainerfuchs Hrvoje Horvat, zu Beginn dieses Jahrtausends für die ambitionierte Mannschaft aus der Fuldastadt verantwortlich, hatte dem großen Talent aus Fuldabrück diese besondere Chance eingeräumt.

Ein halbes Handballer-Leben später, unter anderem nach Gastspielen beim ThSV Eisenach und bei der TG Münden, hat Riehn den MSG-Nachfolgeklub MT Melsungen zum Gegner. Denn mit dem HSC 2000 Coburg ist er am Sonntag ab 17.15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle zu Gast. Nachdem der gelernte Mittelmann 2013 vom SC DHfK Leipzig zu den Oberfranken wechselte, stieg er zweimal mit dem HSC auf. In diesem Frühjahr schaffte der HSC 2000 als Dritter die Qualifikation fürs Oberhaus. „Mit Mühe und Not“, wie Riehn sagt.

Weswegen es ihm auch nicht schwerfällt, die Erwartungen für die Aufgabe am Sonntag zu dämpfen: „Wichtig, dass wir mit einem guten Gefühl aus dem Spiel gehen können.“ Er fügt hinzu: „An den ersten beiden Spieltagen sind wir nicht zum Punkten gezwungen.“ Klar, am Mittwoch wartet in eigener Halle mit dem amtierenden Meister Rhein-Neckar Löwen noch eine weitere Herkulesaufgabe. Dennoch will er mit seinen Teamkollegen in dieser Saison für die eine oder andere Überraschung sorgen. Beim Sparkassencup 2014 brachte der HSC der MT in der Vorrunde eine fast sensationelle 29:33-Niederlage bei.

Zu dieser Zeit durfte Riehn noch seine Qualitäten auf Schlüsselpositionen unter Beweis stellen. Im Angriff war er als Spielmacher Denker und Lenker – nun wird er eher mal auf linksaußen eingesetzt. Und auch in der Deckung war er eine feste Größe, teilweise Abwehrchef. „Das passt jetzt in der 1. Liga von den körperlichen Voraussetzungen nicht mehr so gut“, räumt der Ex-Leipziger ein. Er ist 1,87 m groß und wiegt 94 Kilogramm. Zum Vergleich: Melsungens Felix Danner kommt auf 104 Kilogramm bei einer Länge von 1,98 m.

Den Hallenboden in der Kasseler Rothenbach-Halle wird Riehn nun zum ersten Mal betreten. Obwohl er schon für diverse Klubs im Einsatz war, waren Bundesliga- oder Pokal-Duelle mit der MT nicht dabei. Doch die Entwicklung bei den Nordhessen hat er aus der Ferne intensiv verfolgt: „Das ist eine tolle Geschichte. Melsungen hat jetzt ein richtiges Handball-Publikum.“

Auf den Rängen werden allerdings einige Zuschauer ihm am Sonntag die Daumen drücken. Familie und Freunde haben es aus Fuldabrück nicht weit zur Halle.

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