Geerken: Unschöne Situation

Nach Hamburger Lizenzentzug: MT-Manager spricht von riesigem Rattenschwanz

Die MT ist jetzt in Melsungen ins Training gestartet: Patrik Fahlgren (vorn) dehnt sich. Im Hintergrund: Malte Schröder. Foto: Kasieswicz
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Die MT ist jetzt in Melsungen ins Training gestartet: Patrik Fahlgren dehnt sich.

Kassel. Das Kapitel HSV Hamburg ist noch lange nicht beendet. Axel Geerken spricht von einer „unschönen Situation“. Zumal der Lizenzentzug des Handball-Bundesligisten einen riesigen Rattenschwanz nach sich zieht.

„Gleichwohl habe ich das Urteil so erwartet. Es ist eine logische Konsequenz und absolut richtig“, sagt der Manager des heimischen Bundesligisten MT Melsungen.

Am Mittwoch hatte der Ligaverband dem Deutschen Meister von 2011 „aufgrund gravierender Verstöße gegen zwingend einzuhaltende Verpflichtungen“ die Lizenz entzogen, die Hanseaten stehen damit als erster Absteiger fest, dürfen die Saison laut Statuten aber noch zu Ende spielen. Es scheint allerdings unwahrscheinlich, dass der HSV dazu in der Lage ist. Eine Entscheidung soll voraussichtlich Anfang kommender Woche mitgeteilt werden.

Auch die MT-Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Hamburger nicht mehr antreten werden. Die Melsunger, die Anfang Dezember gegen den HSV verloren hatten, hätten dann zwei Minuspunkte weniger auf dem Konto. Und weil diese Begegnung in der Kasseler Rothenbach-Halle stattfand, gäbe es zudem keine finanziellen Einbußen. Für Klubs wie beispielsweise die SG Flensburg-Handewitt sähen die Folgen gravierender aus. Das Hinspiel in Hamburg hatte die SG gewonnen – also bekäme sie zwei Pluspunkte abgezogen. Und das Rückspiel in Flensburg Anfang Februar ist bereits ausverkauft – die Einnahmen wären dahin. „Wir reden hier von einem sechsstelligen Betrag“, erklärt Geerken.

Gut möglich also, dass Klagen von geschädigten Klubs, Unternehmen und Personen über die HBL hereinbrechen. „Das ist alles nicht lustig und schadet der Sportart“, sagt Geerken. Dass sich die ehemaligen Hamburger Spieler nun auf die Liga verteilen, mache die Sache auch nicht besser, ergänzt der MT-Manager. Darüber hinaus erwägt der Ligaverband offenbar seinerseits eine Klage gegen den insolventen HSV Hamburg.

MT testet in Rimpar

Ungeachtet dessen bereiten sich die MT-Handballer auf ihren Rückrundenstart am 14. Februar in Berlin vor. Trainer Michael Roth ist mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. Abgesehen von den Rekonvaleszenten Michael Allendorf und Malte Schröder seien alle fit, sagt der MT-Coach. Momir Rnic und Jeffrey Boomhouwer, zuletzt bei ihren Nationalteams, stoßen in Kürze wieder dazu. Am Sonntag bestreitet die MT ein Testspiel ab 14 Uhr bei Zweitligist Rimpar.

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